Dieser Männertraum stand schon beim antiken Pygmalion-Mythos Pate: sich eine Geliebte nach Gusto erschaffen. In "Frühstück mit Audrey" wird er wahr, als die Silikon-Sexpuppe, mit der ein verklemmter Provinzler 'zusammenlebt', plötzlich zum Leben erwacht – und ihrem 'Besitzer' gehörig den Kopf wäscht.
Bei dieser Emanzipationskomödie der etwas anderen Art setzt Regisseurin Sophie Beaulieu vor allem auf derbe Dialogwitze und Situationskomik.
Puppenmund tut Wahrheit kund: Als seine Sex-Puppe zu echtem Leben erwacht, wirbelt sie das Leben ihres Besitzers durcheinander. Für ihre Variation des Pygmalion-Mythos setzt Regisseurin Sophie Beaulieu auf burleske Situationskomik und derben Dialogwitz.
Wie geht der schöne Spruch? Wehe, wenn Träume wahr werden. Die Realität ist nie so schön wie die Fantasie. Der Traumstrand stellt sich als völlig überlaufen heraus, und auch der Traumjob wird irgendwann zur Routine.
Mit Traumpartnern ist es meistens ähnlich:
In Beziehungen sind Enttäuschungen vorprogrammiert. Mit einer nach den eigenen Wünschen gestalteten Sex-Puppe kann das nicht passieren. Sie beschwert sich nie, lässt widerspruchslos alles mit sich machen und hat immer Zeit.
Vielleicht ist Kunstrasen-Vertreter Remi (Vincent Macaigne) deshalb so glücklich mit Audrey (Zoé Marchal), denn die ist stumm, blond und immer zu Diensten.
Dass er es sich mit ihr in seiner Single-Wohnung gemütlich eingerichtet hat, missfällt seiner Schwester Domi (Adèle Journeaux). Sie ist auch die einzige Person, die weiß, dass seine Lebenspartnerin aus Silikon ist.
In der Firma und gegenüber den Eltern beschreibt er sie als echte Freundin, die mit ihm am Wochenende angeblich Gleitschirmflüge trainiert und auch sonst alles mitmacht.
Gefühle für die neue Mitarbeiterin
Das würde vermutlich noch lange so weitergehen, doch dann geschehen zwei Dinge: Zunächst bekommt Remis mit Patricia (Cécile de France) eine neue Mitarbeiterin, die als Vertretung für einen Kollegen einspringt.
Der sportliche Kumpeltyp mit den wilden Locken ist das genaue Gegenteil von Audrey, aber sie löst etwas in ihm aus. Gleichzeitig erwacht seine Silikonfrau zuhause zum Leben und verhält sich bald gar nicht mehr so traumhaft.
Kunst+Film-Redaktion
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Audrey (Zoé Marchal) und Rémi (Vincent Macaigne). Foto: Neue Visionen
Rémi (Vincent Macaigne), Audrey (Zoé Marchal) und Patricia (Cécile de France). Foto: Neue Visionen
Audrey (Zoé Marchal). Foto: Neue Visionen



