Bruno Cassirer – der überaus erfolgreiche Verleger von Max Slevogt – zählt zu den prägenden Gestalten der europäischen Kunst- und Verlagslandschaft der frühen Moderne.
Und doch blieb der wohl wirkmächtigste Kunstverleger seiner Zeit persönlich eher im Hintergrund.
Grund genug, dass sich der Journalist und Autor Robert von Lucius am Dienstag, 20. Januar 2026, um 18 Uhr, in seinem Vortrag im Landesmuseum Mainz intensiv mit der Persönlichkeit und dem Wirken Cassirers auseinandersetzt.
Der Vortrag findet im Rahmen der aktuellen Sonderausstellung „Auf zu neuen Werken. Max Slevogt und sein Verleger Bruno Cassirer“ statt, die noch bis 8. März 2026 im Landesmuseum Mainz zu sehen ist.
Von Lucius stellt insbesondere Cassirers verlegerisches Wirken in den Mittelpunkt – jenes Schaffen, das die Kunstwahrnehmung der ersten drei Jahrzehnte des 20. Jahrhunderts wie kaum ein anderes prägte.
Seine sorgfältig edierten Kunst- und Kunstgewerbepublikationen, prachtvoll ausgestatteten Märchenbücher und Mappenwerke – darunter über 50 Bücher und Mappen von Max Slevogt – setzten Maßstäbe, die bis heute nachwirken.
Die Liste seiner Künstlerinnen und Künstler sowie Autorinnen und Autoren liest sich wie ein „Who’s Who“ der damaligen Kunstszene.
Zugleich gab Cassirer bis 1933 die Zeitschrift „Kunst und Künstler“ heraus, eine der einflussreichsten Publikationen für moderne Kunst im Europa jener Zeit.
Trotz seiner enormen Bedeutung beschreibt ihn von Lucius als einen „schüchternen Regisseur aus dem Hintergrund“, dem es gelang, die kreativen Leistungen anderer zu fördern und zu lenken.
Der Referent, langjähriger Korrespondent der Frankfurter Allgemeinen Zeitung und ausgewiesener Kenner der Materie, veröffentlichte zahlreiche Bücher – unter anderem über Max Tau, dem ersten Friedenspreisträger des Deutschen Buchhandels und Cheflektor bei Cassirer.
Sowie 2025 eine umfassende Biographie zu Bruno Cassirer, erschienen im Verlag Hentrich & Hentrich in der Reihe „Jüdische Miniaturen“.
Der Vortrag wird als Hybrid-Veranstaltung angeboten: Interessierte können vor Ort im Landesmuseum Mainz, Große Bleiche 49–51, teilnehmen oder sich digital zuschalten.
Die Teilnahme ist kostenfrei, eine Anmeldung ist jedoch bis 19. Januar, 12 Uhr, per E-Mail an anmeldung@gdke.rlp.de erforderlich.
Die Plätze werden in der Reihenfolge der Anmeldungen vergeben, der Zugangslink für die Online-Teilnahme wird anschließend zugesandt.
Landesmuseum Mainz, Große Bleiche 49-51.
Generaldirektion Kulturelles Erbe Rheinland-Pfalz – Wir machen Geschichte lebendig


Max Slevogt, Selbstbildnis auf der Terrasse von Neukastel (Collage), 1918/19, Öl auf Leinwand, Saarlandmuseum Saarbrücken, Moderne Galerie, Inv. Nr. NI 1896 (Foto: Raphael Maaß)



