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Erster MICHELIN-Stern für Utah

Utahs Restaurantszene feiert ihren ersten MICHELIN-Stern und setzt mit „Value Dining“ einen kulinarischen Trend

Utah weckt vor allem Assoziationen mit weltberühmten Nationalparks, roten Felsformationen und fantastischen Skigebieten. Aber was weiß man eigentlich über das kulinarische Utah?

Im gerade erschienenen, allerersten MICHELIN Guide American Southwest 2026 ist der US-Bundesstaat gleich mit einem Stern, drei Bib Gourmands und fünf Empfehlungen vertreten.

Grund genug, einen genaueren Blick auf einige der überraschendsten Restaurants zu werfen, die sich in der außergewöhnlichen Landschaft verbergen.

Mit dem ersten MICHELIN-Stern für Utah markiert der neue MICHELIN Guide American Southwest 2026 einen Meilenstein für die Gastronomieszene des Beehive State

Im vergangenen Jahr haben die MICHELIN-Inspektoren zum ersten Mal den US-Bundesstaat Utah besucht. Jetzt ist der Beehive State im ersten MICHELIN Guide American Southwest 2026 vertreten.

Das Restaurant Monte in South Salt Lake erhielt als erstes Haus im gesamten Bundesstaat einen MICHELIN-Stern. Insgesamt vergaben die Inspektorinnen und Inspektoren im neu bewerteten Südwesten der USA – mit den Bundesstaaten Arizona, Nevada, New Mexico und Utah – nur fünf Sterne, vier davon in Las Vegas. 

Monte: Utahs erstes Sterne-Restaurant

Das Restaurant Monte ist im Beehive Distillery-Komplex in South Salt Lake beheimatet und wurde erst im Juli 2025 von Chef Martín Babio und seiner Frau Karen eröffnet. 

Zwischen Betonböden, aufgestapelten Gin-Fässern und großzügig angeordneten Tischen serviert das Team ein modernes, südamerikanisch inspiriertes Degustationsmenü mit lokalen, saisonalen Produkten.

Weitere Utah-Adressen im Guide

Neben dem Stern für Monte zeichnete der MICHELIN Guide drei weitere Utah-Restaurants mit dem Bib Gourmand, der Auszeichnung für besonders preisbewusste und qualitativ hochwertige Gerichte, aus:

Das familiengeführte New-York-Deli Feldman's Deli in Salt Lake City, das Sichuan-inspirierte One More Noodle House in der Chinatown Plaza von South Salt Lake und das vietnamesische „Mom-and-Pop“-Restaurant Phở 777 in West Valley City.

Fünf Häuser erhielten eine MICHELIN-Empfehlung, darunter das zur West-Whiskey-Destillerie gehörende Nelson Cottage by High West in Park City, das als Food-und-Whiskey-Pairing-Erlebnis konzipiert wurde, und das nordindisch geprägte Star of India in Salt Lake City, das seine Curry-Gerichte zum Teilen anbietet.

Kulinarische Trends im amerikanischen Südwesten

Neben einer hohen Dichte an großen Namen und Starköchen insbesondere in Las Vegas heben die Inspektoren die enorme Vielfalt der Küchen und die auffallend starke Bib-Gourmand-Kultur des Südwestens hervor, die für hervorragendes Essen ohne Sterne-Preise steht.

„Great food at a great value“, hohe Qualität zu moderaten Preisen, ist ein Ansatz, der in Utah auch abseits der vom MICHELIN Guide ausgewählten Restaurants in Salt Lake City und Park City zu erleben ist.

Entlang der großen Nationalpark-Routen und in den Ortschaften an den Zufahrtsstraßen zu den Parks haben sich zahlreiche Restaurants etabliert, die nach einer Wanderung oder einer langen Fahrt im Auto genau das bieten: hervorragende Küche mit regionalen Produkten zu fairen Preisen, ohne Kompromisse bei Qualität und Atmosphäre.

Hervorragendes Essen zu moderaten Preisen: 7 Restaurants für den Roadtrip


Nach einem langen Tag voller überwältigender Eindrücke braucht niemand ein Achtgängemenü, sondern ein schmackhaftes Abendessen, das den Tag abrundet. Dabei müssen es nicht zwingend Burger, Steaks oder Pizza sein.

1. Ogden: Tona Sushi

Der erste kulinarische Stopp liegt rund eine Stunde nördlich von Salt Lake City. In der historischen 25th Street von Ogden serviert Tona Sushi japanische Küche, die man in einem Binnenstaat wie Utah nicht unbedingt erwarten würde.

Gründer Tony Chen studierte ursprünglich Architektur in San Francisco und arbeitete nebenher in einem japanischen Restaurant. Sein Sinn für Gestaltung ist bis heute in seiner Arbeitsweise zu erkennen.

Chen entwirft viele seiner Gerichte zunächst auf Papier, bevor sie als farbenfrohe Kompositionen serviert werden. Chen unterstützt nachhaltige Fischerei und verwendet wann immer möglich saisonale Zutaten von lokalen Farmen.

2. Logan: Tandoori Oven

Weiter in nördlicher Richtung führt die Route ins Cache Valley und nach Logan, eine Universitätsstadt am Fuß der Bear River Mountains. Hier lohnt ein Besuch im Tandoori Oven, das sein Leben als kleine Küche im Kiosk einer Tankstelle begann.

Die Räumlichkeiten wurden mittlerweile erweitert, aber die Lage an der Tankstelle ist geblieben und gehört zur Identität des Hauses.

Eine Lage, die vermutlich keine übertriebenen Erwartungen an die Küche weckt, aber hinter der schlichten Fassade werden exzellente Currys, Masalas und Samosas serviert. Das Restaurant war sogar schon in der Kult-TV-Show „Diners, Drive-Ins and Dives“ zu sehen.

3. Torrey: Hunt & Gather

Im Capitol Reef Nationalpark selbst beschränkt sich das kulinarische Angebot auf den saisonalen Gifford House Store, der mit seinen legendären Pies allerdings auch einen Besuch wert ist.

Zum Abendessen geht es nach Torrey, dem kleinen Ort vor den Toren des Capitol Reef Nationalpark.

261 Einwohner, 16 Food-Businesses. Ein Highlight ist das Hunt & Gather Fine Dining. Inhaber und Chefkoch Chet Saign stammt aus Utah, arbeitete aber 28 Sommer lang im renommierten 410 Bank Street in Cape May, New Jersey.

Im Winter sammelte er Erfahrungen in einigen der besten Restaurants und Resorts Utahs.

2020 entschied er sich für Qualität über Quantität und brachte sein Können nach Torrey, wo er und seine Frau langsam gegarte Gerichte, Wild, Fisch, saisonales Obst und Gemüse sowie hausgeräucherte und gepökelte Produkte auf den Tisch bringen.

4. Moab: Desert Bistro

Von Capitol Reef geht es weiter nach Moab, dem Ausgangspunkt für Abenteuer in den Nationalparks Arches und Canyonlands.

Nach einem erlebnisreichen Tag kann man sich im Milt's Stop & Eat einen leckeren Burger, Fries und Milkshake einverleiben oder sich im Desert Bistro mit einer ambitionierteren Küche verwöhnen lassen.

In einem historischen Farmhaus werden Bison-Empanadas mit Mole und Mango, Jakobsmuscheln mit Lemon-Adobo-Beurre-Blanc, Entenconfit, handgemachte Agnolotti oder Beef Tenderloin mit Gorgonzola und Piñon serviert.

Dazu kommen täglich wechselnde Fisch- und Wildgerichte.

Hintergrund: Inhaber Dylan Warren arbeitete bereits nach der Gründung als Sous Chef im Desert Bistro. 2015 kehrte er als Kitchen Manager zurück und übernahm das Haus 2020 gemeinsam mit seiner Frau.

Während der Pandemie kauften Menschen aus ihrem Umfeld „Gutscheine“ bei ihnen, um das ambitionierte Paar zu unterstützen, und sie beschlossen, das Geschenk mit der Community zu teilen.

Sie kochten Fine Dining-Takeaways, die kostenlos abgeholt werden konnten – getreu ihrer Philosophie: „Jeder verdient etwas Besonderes“. Heute gehört das Desert Bistro nicht zu den günstigsten, aber zu den beliebtesten Adressen am Platz.

5. Springdale: Bit and Spur

Weiter südlich liegt der Zion Nationalpark, kulinarisch bietet er kaum mehr als den Café-Service der Zion Lodge.

Das eigentliche kulinarische Leben spielt sich am Südeingang ab, in Springdale, einem schmalen Ort, der sich wie ein Basislager zwischen die roten Felswände klemmt.

Die roten Felswände waren es auch, die den Inhaber und Chefkoch Logan Hebner hier festhielten, nachdem er eigentlich für einen Skiurlaub nach Utah gekommen war.

Der aus New Jersey stammende Vassar-Absolvent ließ sich schließlich in Springdale nieder und eröffnete 1981 das Bit & Spur.

Vorher war das Gebäude ein Tackle Shop und Saloon, wo man nicht viel mehr als Sandwiches und Angelscheine bekommen konnte.

Heute steht Southwestern-Küche mit mexikanischen Einflüssen auf der Speisekarte. Kunst im Innenbereich und eine großzügige Patio mit Blick auf die roten Felsen sorgen für die unverwechselbare Atmosphäre sorgen.

6. Kanab: Sego

Weiter geht es nach Kanab, Utahs „Little Hollywood“. Im Sego setzt Chef Shon Foster auf regionale New-American-Küche, die internationale kulinarische Traditionen mit Zutaten aus dem Südwesten verbindet.

Foster stammt selbst aus Kanab und kehrte nach Stationen in der gehobenen Gastronomie, unter anderem als Executive Chef im von Travel & Leisure als „Americas Best Hotels for Foodies” gefeierten Amangiri, in seine Heimatstadt zurück.

Seine Gerichte kommen als „Social Plates“ zum Teilen auf den Tisch und sind eine Einladung, verschiedene Aromen und Zubereitungsstile gemeinsam zu entdecken.

Foster bezieht Gemüse möglichst aus der Region und Fleisch überwiegend aus der Four Corners Region. Außerdem engagiert er sich für die „Gather“-Farm-to-Table-Dinner des Red Acre Centers.

7. St. George: Sakura

Den südlichsten Punkt der Route markiert St. George nahe der Grenze zu Arizona und hier schließt sich der Kreis auch kulinarisch mit einem weiteren japanischen Restaurant, dem Sakura Japanese Steakhouse & Sushi.

Neben exquisiten Sushi-Kreationen kommen hier vor allem japanische Grillgerichte auf den Teller, die direkt vor den Augen der Gäste zubereitet werden.

Flammen, Messerakrobatik und die Interaktion mit den Gästen gehören zum Erlebnis. Spartipp: die Mittagsangebote.


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