Gesellschaft Freunde der Künste

Nachrichten und Veranstaltungen in unserem Archiv

Wie eine schaumgeborene Schönheit:

Inzestuöses Dreiecksverhältnis - Parthenope von Regisseur Paolo Sorrentino

(Kinostart: 10.4.) Wie eine schaumgeborene Schönheit: Regisseur Paolo Sorrentino umschwärmt eine moderne Sirene, die in Neapel allen Männern den Kopf verdreht, während sie unbeirrt ihren Weg geht.

Sein Hymnus auf eine Idealfigur glänzt mit perfekt inszenierten Oberflächenreizen – was auf Dauer ermüdet.

„Flackere auf wie eine Flamme und wirf große Schatten, in denen ich mich bewegen kann. Lass alles mit dir geschehen: Schönheit und Schrecken. Geh einfach weiter. Kein Gefühl ist endgültig.“

Diese Zeilen aus Rainer Maria Rilkes Gedicht „Geh an die Grenzen deiner Sehnsucht“ klingen wie eine poetische Kurzbeschreibung von „Parthenope“, dem neuen Film von Regisseur Paolo Sorrentino.

Wer solche Poesie mag, der dürfte auch die des Filmes zu schätzen wissen. Sie ist die größte Stärke, aber auch die größte Schwäche des Films.

Oscar-Preisträger Paolo Sorrentino ist gebürtiger Neapolitaner - das macht verständlich, dass er eine Hymne auf seine Heimatstadt gedreht hat.

Mit einer modernen Sirene als Hauptfigur: "Parthenope" verdreht allen Männern den Kopf, während sie archetypische italienische Episoden durchlebt, um sich selbst zu finden.

Was durchweg so glanz- und geschmackvoll ausgestattet ist, dass es auf Dauer ermüdet.

In Neapel um 1970 streift Parthenope durch die Stadt, auf der Suche nach sich selbst.

Die junge Frau aus gutem Hause wird von der Schauspiel-Debütantin Celeste Dalla Porta mit einer Mischung aus Koketterie, Intellekt und kühler Distanz verkörpert – was gut zur ambivalenten, oft entrückten Aura der Figur passt.

Dabei wird selbst ein Spaziergang quasi zum Auftritt auf der Opernbühne, was typisch für Sorrentinos ästhetisierenden Regiestil ist – alles wird penibel durchkomponiert, sinnlich aufgeladen und pathetisch überhöht.

Inzestuöses Dreiecksverhältnis

Parthenopes Schönheit und Schlagfertigkeit ziehen die Männer unwiderstehlich an. Ihr Name entspringt der antiken Mythologie: Die gleichnamige Sirene lockte mit ihrem Gesang Bewunderer ins Verderben.

Dagegen gliedert sich der poetische Fluss des Films in zahlreiche, nur lose verbundene Episoden:

Mit ihrem Bruder Raimondo (Daniele Rienzo) und Sandrino (Dario Aito), dem Sohn einer Hausangestellten, hat Parthenope ein verstörender Dreiecksverhältnis am Rande des Inzests – als sie sich Sandrino hingibt, begeht Raimondo Selbstmord.

Ihre Kunst+Film-Redaktion

Ja, ich möchte Inhalte von Youtube angezeigt bekommen. Ich bin einverstanden, dass dadurch meine personenbezogenen Daten an den Betreiber des Portals, von dem der Inhalt stammt, weitergegeben werden, so dass dieser mein Verhalten analysieren kann. Weitere Informationen finden Sie in unserer  Datenschutzerklärung.

PARTHENOPE | Trailer | Ab 10. April im Kino