(Kinostart: 27.3.) This is the end, my friend: Doku-Regisseur Joshua Oppenheimer beschwört in seinem ersten Spielfilm die Klima-Apokalypse herauf – nur eine steinreiche Familie überlebt unter Tage.
Seiner artifiziellen Kopfgeburt hauchen selbst Stars wie Tilda Swinton und Michael Shannon kein Leben ein.
Apokalypse als Lebensmodell:
Da die Welt draußen vor der Tür zur unwirtlichen Einöde geworden ist, hat sich eine steinreiche Familie in einem luxuriösen Bunker eingerichtet; er liegt tief unter der Erde in einem umgebauten Salzbergwerk.
Doch die fröhliche Idylle ist Fassade; in der Monotonie ihres Alltags klingen immer wieder Angst und Verzweiflung an.
Zudem sind die Mutter (Tilda Swinton) und der Vater (Michael Shannon) an dieser Lage mitschuldig: Auch sie haben die Katastrophe über ihren Köpfen ausgelöst.
Er war Top-Manager in der Erdöl-Industrie, ein großer Befürworter fossiler Brennstoffe.
Seine Frau ist eine Ex-Balletttänzerin, die ihrem Mann stets zur Seite stand. Jetzt verbringt er die Zeit im Bunker damit, seine Memoiren zu schreiben, während sie die Räume ihres unterirdischen Zuhauses mit eleganten Stilmöbeln und Meisterwerken der Malerei an den Wänden regelmäßig neu arrangiert.
Außenwelt als Modell nachbauen
Unterstützt werden beide vom Personal: Dazu zählen ihre beste Freundin (Bronagh Gallagher), eine hervorragende Köchin, ein schwuler Butler sowie ein Arzt.
Die neben den Eltern entscheidende Person ist jedoch ihr etwas kauziger Sohn (George MacKay) – der Mittzwanziger wurde unter der Erde geboren, großgezogen, ausgebildet, behütet und verwöhnt.
Sein sehnlichster Wunsch ist es, einmal die Außenwelt zu erleben; bis es soweit ist, baut er maßstabsgetreue Modelle historischer Ereignisse und Orte auf einer Tischplatte nach.
Kunst+Film-Redaktion


Mutter (Tilda Swinton) betrachtet das Modell von Hollywood, das ihr Sohn gebaut hat. Foto: © Felix Dickinson NEON. Fotoquelle: MUBI


