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Marseiller Geschichten

In "Das Fest geht weiter" will eine allseits engagierte Krankenschwester die Lokalpolitik aufmischen

Dagegen ist Regisseur Robert Guédiguian mit allen Stärken und Schwächen seiner Figuren vertraut: Seit Jahrzehnten dreht er mit meist denselben Schauspielern am selben Ort, seiner Heimatstadt Marseille.

In "Das Fest geht weiter" will eine allseits engagierte Krankenschwester die Lokalpolitik aufmischen und zugleich späte Liebe genießen - das plätschert nett dahin wie ein Spaziergang am Meer.

(Kinostart: 12.6.) Marseiller Geschichten: Regisseur Robert Guédiguian porträtiert in seiner Dramödie eine couragierte Krankenschwester, die neben Engagement einen persönlichen Neuanfang wagt.

Trotz sympathischer Protagonisten lässt der Film erzählerischen Fokus und politische Analyse vermissen.

Salut, les enfants: Wenn man das Werk des hierzulande wenig bekannten französischen Regisseurs Robert Guédiguian jahrelang verfolgt, ähneln seine Filme allmählich guten, alten Bekannten.

Dieselben vertrauten Gesichter aus seiner Schauspielfamilie tauchen immer wieder in verschiedenen Rollen auf.

Fast immer handeln sie von Familien, die erleben, wie der soziale Kitt um sie herum durch ökonomischen Druck zerbröselt.

Außerdem ist der Schauplatz meist Marseille, die Heimatstadt des Regisseurs. Hier sind seine mehr als 20 Filme im Lauf von mehr als vier Jahrzehnten entstanden; sie bilden eine Kartografie der Mittelmeermetropole.

Im neuen Werk geht es um das alte Viertel Noailles im Herzen der Stadt. Hier stehen viele heruntergekommene Bauten, die von ihren Besitzern sträflich vernachlässigt und an die Ärmsten vermietet werden.

Todesopfer der Gentrifizierung

Zwei der baufälligen Häuser in der Rue d’Aubagne stürzten 2018 ein und begruben acht Menschen unter sich.

Dieses Ereignis führte zu wütenden Protesten in Marseille; es dient als Ausgangspunkt für den Spielfilm „Das Fest geht weiter“.

Die Menschen im Viertel fühlten sich verraten von einer Kommunalpolitik, die in der Innenstadt die Gentrifizierung auf Kosten der sozial Schwachen vorantreibt.