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Nach einer wahren Begebenheit

Brautraub bis vor 50 Jahren üblich - Die Frau als Beute, in Primadonna – Das Mädchen von morgen

In Süditalien war Brautraub bis vor 50 Jahren üblich: Wenn der Entführer nach einer Vergewaltigung sein Opfer heiratete, kam er straffrei davon.

Das akzeptiert eine junge Sizilianerin 1966 nicht mehr - sie bringt ihren Peiniger vor Gericht. Dieses Drama, das Rechtsgeschichte schreiben sollte, inszeniert Regisseurin Marta Savina so schnörkellos wie ergreifend.

(Kinostart: 10.4.) Die Frau als Beute: Traditionell blieb in Süditalien Vergewaltigung straffrei, wenn der Peiniger sein Opfer anschließend heiratete.

Dagegen begehrte 1966 eine junge Sizilianerin auf; ihren Fall verfilmt Regisseurin Marta Savina so schnörkellos wie ergreifend, dank exzellenter Schauspieler.

Die 18-jährige Lia (Claudia Gusmano), die mit ihrer Familie im Bergdorf Galati im Nordosten Siziliens wohnt, ist eigentlich eine folgsame Tochter – sie hat aber auch ihren eigenen Kopf.

Anstatt bei ihrer Mutter Sara (Manuela Ventura) im Haus zu bleiben, hilft sie lieber ihrem Vater Pietro (Fabrizio Ferracane) bei der Feldarbeit.

Und wenn sie im Auftrag ihrer Mama einen Geldschein als Spende an einem Madonnen-Schrein befestigt, pflückt sie sich dafür einen anderen ab.

Auch ihre Teilnahme an einer Prozession zu Ehren der Gottesmutter – im Sizilien der 1960er Jahre ein soziales Muss – nutzt sie für ihre eigenen Zwecke: für Blickkontakt zum Balkon der Musicòs.

Dieser Clan hat das Dorf in der Hand; sein Oberhaupt lässt sich von der Menge zujubeln wie ein Mafiaboss. Währenddessen sucht sein neben ihm stehender Neffe Lorenzo (Dario Aita) mit den Augen das Gesicht von Lia in der Menge.

Rückkehrer aus Deutschland

Beide verband schon früher ein kurzes Techtelmechtel. Dann musste Lorenzo für einige Zeit nach Deutschland; offenbar, weil für ihn das heimische Pflaster zu heiß wurde, obwohl er angeblich Deutsch lernen wollte.

Das erzählt er Lia beim ersten Wiedersehen – bei dem sie schnell merkt, dass ihr Verehrer ein arrogant gebieterisches Gebaren an den Tag legt, das sie abstößt. Sie will ihn loswerden.

Nach einer wahren Begebenheit: Die 18-jährige Franca Viola weigerte sich 1966 ebenfalls, ihren Vergewaltiger zu ehelichen, und ging stattdessen rechtlich gegen ihn vor.

Ihr Fall erregte damals in Italien großes Aufsehen und wurde bereits 1970 mit Ornella Muti in der Hauptrolle von Regisseur Damiano Damiani verfilmt; er drehte später die erste Staffel der TV-Serie „Allein gegen die Mafia“.

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Trailer "Primadonna"