Gesellschaft Freunde der Künste
Gegen Künstler:innen in über 30 Ländern

Zensur, Verfolgung und Gewalt - Ist das Ende der Kunstfreiheit gekommen?

Ein aktueller Bericht dokumentiert alarmierende Muster von Zensur, Verfolgung und Gewalt gegen Künstler:innen in über 30 Ländern. ͏

Der neue Freemuse-Bericht "State of Artistic Freedom 2025" zeigt schonungslos, wie sich Kunstfreiheit weltweit verschlechtert – nicht nur in autoritären Staaten, sondern auch in Demokratien.

Und trotzdem: Kunst bleibt Widerstand. Ein anonymer afghanischer Musiker fasst in einem Satz zusammen, worum es im Report geht:

Trotz wachsender Repression bleibt Kunst ein unverzichtbarer Stachel im Fleisch der Macht. Doch die Studie zeigt ebenso klar, wie gefährdet dieses Recht auf künstlerische Ausdrucksfreiheit 2024 war.

Globale Brennpunkte und harte Zahlen

Der Bericht dokumentiert Verstöße in über 90 Ländern und nennt drei Haupttreiber der Zensur: Kriege, restriktive Gesetze und soziale Feindbilder.

Der Krieg in Gaza habe nicht nur „das kulturelle Leben vor Ort nahezu ausgelöscht“, sondern auch in westlichen Demokratien eine Welle von Absagen und Förderentzug ausgelöst, sobald Künstler:innen Israel kritisierten.

Parallel setzt Russland seine Linie fort: Wer sich gegen den Krieg in der Ukraine stellt, riskiert Haftstrafen – der Fall des in Gefangenschaft gestorbenen Pianisten Pavel Kushner steht paradigmatisch dafür.

Aus Aktuellem Anlaß erscheint noch einmal unser Artikel vom 1.1.2019.

Wie sieht das in Deutschland aus

Im Zeichen der hysterischen #MeToo-Debatte, wo man hinter jedem Baum sexuelle Übergriffe und Missbrauch vermutet, ist auch die künstlerische Freiheit in Gefahr. Dabei wird weit über das Ziel hinausgeschossen, in Berlin wurde ein angeblich sexistisches Gedicht übermalt, und man fragt sich wo die Zensur beginnt.

Der freien Kunst droht Gefahr

„Es ist ein Zeichen der Verblödung von Studenten,“ meinte dazu der CDU Politiker Michael Braun. Es zeigt absurde Züge einer vermeintlichen Sexismus-Kritik“, empörte sich auch der FDP-Kulturexperte Florian Kluckert.

Akt-Bilder werden aus Ausstellungen entfernt und jüngst, man kann es kaum glauben, hat ein Museum in Manchester das Gemälde „Hylas and the Nymphs“ (1896) von John William Waterhouse abgehängt, weil es angeblich sexistisch ist.

Damit ist ein erstes Gemälde Opfer der gegenwärtigen Sexismus-Debatte geworden. Die Begründung der Kuratorin Clare Gannaway ist abenteuerlich oder einfach nur dumm: „Das Gemälde stellt den weiblichen Körper als passive, dekorative Form dar," meinte sie.

Gefahr für die Kunst droht aber auch von anderer Seite.

In der Volkshochschule Hellersdorf in Berlin wurden unlängst Akt-Bilder der Künstlerin Susanne Schüffel abgehängt, weil diese nach Aussage der Schulleitung die Gefühle von Muslimen verletzen würden. 

Leider ist das kein Einzelfall mehr, schon vor drei Jahren wurden erotische Fotos von Wolfgang Hiob im Rathaus Köpenick abgehängt.

Und heute im Jahr 2025 sieht es noch schlechter aus: