Dass es gute und schlechte Bomben gibt, haben wir schon ausführlich beschrieben. Die guten Bomben kommen von uns, die schlechten immer von den Russen. Und nun gibt es sogar gute und schlechte Tote.
Brandenburger Tor wird für Russen nicht erleuchtet
Nach den Terror-Anschlägen in Paris, Brüssel, Istanbul, Nizza, Jerusalem und London wurde das Brandenburger Tor in Berlin, in Gedenken an die unschuldigen Opfer in den jeweiligen Landesfarben getaucht. So wollte Deutschland seine Solidarität zum Ausdruck bringen.
Für tote unschuldige russische Opfer hat man darauf verzichtet. Russische Nationalfarben in Berlin sind demnach nicht erwünscht. Opfer hin oder her. Es stellt sich ohnehin die Frage, ob es sowas wie russische Opfer überhaupt geben kann.
Das Licht bleibt aus Mickimaus
Zur Begründung teilte ein Senatssprecher mit, dass St. Petersburg keine Partnerstadt von Berlin sei. Nach dem Attentat auf einen Schwulenclub in Orlando - Florida wurde das Brandenburger Tor in die Regenbogenfarben der Schwulenbewegung getaucht, und Nizza, Jerusalem sind auch keine Partnerstädte von Berlin.
Was für eine jämmerliche Begründung
Auch folgende Erklärung des Senats zeigt, wie hier mit doppelter Moral eine Begründung abgeliefert wird. "Nach dem Anschlag in Jerusalem habe man sich aufgrund des historischen Bezugs für ein Solidaritätszeichen entschieden". Der Berliner Senat braucht anscheinend dringend Nachhilfe in Sachen Geschichte und "historischen Bezug".
Wie steht es um die besondere geschichtliche Verantwortung von Deutschland?
Zur Erinnerung: Ca. 900 Tage dauerte die Belagerung Leningrads - heute St. Petersburg - durch die Wehrmacht vom 8. September 1941 bis zum 27. Januar 1944. Etwa eine Million Zivilisten verloren dabei ihr Leben.
Da bedarf es schon einer extremen Borniertheit seitens des Berliner Senats, die Entscheidung das Brandenbuerger Tor nach dem Attentat von St. Petersburg nicht in den russischen Landesfarben anstrahlen zu lassen, damit zu begründen, dass es "keine besonderen Beziehungen" Berlins zu St. Petersburg gäbe.
Hier zeigt sich einmal mehr, dass das permanente Geschwafel von der "besonderen geschichtlichen Verantwortung" Deutschlands nur eine hohle Phrase ist.
Israel und Jerusalem haben den historischen Bezug erkannt
Während in Berlin das Licht für die toten Russen ausblieb, hat Prime Minister Benjamin Netanyahu umgehend Präsident Vladimir Putin kondoliert, und in Tel Aviv wurden große Gebäude in den Nationalfarben von Russland angestrahlt. Das Einleuchten des Brandenburger-Tors haben wohl die Grünen Russen-Hasser in Berlin verhindert und Angela Merkel war darüber bestimmt nicht unglücklich.
Gottfried Böhmer
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Für tote unschuldige russische Opfer hat man auf die Einleuchtung des Brandenburger-Tors verzichtet. Russische Nationalfarben in Berlin sind demnach nicht erwünscht.