02.04.2017 08:29 Die weiße Weste hat sich blutrot gefärbt

Syrien, spektakuläre Kriegsverbrechen - Terror gegen die Zivilbevölkerung

Tote Zivilisten in Syrien Die guten Bomben kommen von uns die schlechten von den Russen

Tote Zivilisten in Syrien. Die guten Bomben kommen von uns, die schlechten von den Russen. Foto: Screenshot

Von: Jens Berger - Gottfried Böhmer

So wie es aussieht gibt es gute und schlechte Bomben. Die guten Bomben kommen von uns, die schlechten von den Russen, das ist einleuchtend. "Der Westen tötet in Syrien, und Deutschland tötet mit. Die weiße Weste hat sich blutrot gefärbt, und der Bundestag muss das Mandat neu verhandeln.

Deutschland echauffiert sich gerne über die russischen Luftangriffe in Syrien. Zu Recht. Laut der NGO Airwars haben russische Luftangriffe in den letzten eineinhalb Jahren immerhin 1.900 zivile Todesopfer verursacht. Wer nun mit dem Finger nach Moskau zeigt und dort einseitig die Schuldigen verortet, sollte jedoch innehalten.

1.300 Zivilisten durch US-Bomben umgebracht

Denn dieser März war der blutigste Monat in der Geschichte der westlichen Luftangriffe im Bürgerkrieg in Syrien und im Irak. Laut Airwars wurden mindestens 1.300 Zivilisten durch Bomben westlicher Kampfflugzeuge umgebracht.

Man könnte zynisch folgern: Wofür Russland eineinhalb Jahre braucht, schafft der Westen beinahe in nur einem einzigen Monat.

Nun kam auch noch heraus, dass deutsche Tornados in mindestens einem Fall der westlichen „Anti-ISIS-Allianz“ offenbar strategisch wichtige Aufklärungsfotos übermittelt haben, die zu einem Luftangriff auf ein offenbar mit Flüchtlingen besetztes Schulgebäude in der Nähe der syrischen Stadt Rakka geführt haben, bei dem je nach Quelle zwischen 33 und 420 Zivilisten zu Tode kamen.

Deutschland tötet in Syrien mit und die bisherigen offiziellen Statements der Bundesregierung sind ein Hohn für die Hinterbliebenen. Von Jens Berger". Lesen Sie den ganzen Artikel.

Journalisten hintergangen, das ist nicht mal die halbe Wahrheit

Ministeriumssprecher Jens Flosdorf sagte zu dem Vorfall auf der Pressekonferenz, "Tornado-Aufklärungsbilder sollen Tote unter Zivilisten verhindern, werden aber nicht in Echtzeit geliefert, weshalb zivile Tode nicht auszuschließen sind". Der Journalist Tilo Jung wirft ihm nun vor, „nicht mal die halbe Wahrheit“ gesagt zu haben.

Auf eine Frage des Journalisten Tilo Jung über diese Luftangriffe, antwortete Sprecher des Auswärtigen Amtes, Martin Schäfer, dass die Bundesregierung keine eigenen Erkenntnisse oder gesicherten Informationen darüber hätte.

US-Bomben als Befreiungsmaßnahmen

„Das heißt, Assad und die Russen töten Zivilisten absichtlich, und wenn es um unsere Koalition geht, ist es ein Unfall, Herr Seibert? Warum haben sie keine eigenen Erkenntnisse – Deutschland ist ja Teil der Anti-IS-Koalition – man müsste ja direkten Draht zu der US-geführten Koalition haben?“, fragte Jung. „Das wären ja keine eigenen Erkenntnisse“, konterte Schäfer.

Bundesregierung schaltet Staatsanwalt ein?

Die Berichte darüber, dass die Bundeswehr Fotos für amerikanische Luftangriffe in Syrien geliefert hat und es zu toten Zivilisten kam, ist der Regierung sauer aufgestoßen, und da muß jetzt hart durchgegriffen werden. Die Staatsanwaltschaft soll wegen des Verdachts auf Geheimnisverrat ermitteln, berichtet Focus Online unter Berufung auf die Zeitungen der "Funke Mediengruppe".

Die Ertappten fordern juristische Konsequenzen

In der Sitzung des Verteidigungsausschusses des Bundestags in der es um die Luftbilder der mit deutscher Hilfe bombardierten Schule in Syrien ging, war diese als "geheim" eingestuft worden. Die brisanten Informationen gelangten trotzdem an die Öffentlichkeit. Die Ertappten fordern nun juristische Konsequenzen für die Weitergabe dieser Informationen. Auf Bitten von Generalinspekteur Volker Wieker waren die Informationen als geheim eingestuft worden.

Bundestagspräsident Norbert Lammert (CDU) soll nun die Ermittlungen einleiten. Geheimnisverrat wird laut Paragraf 353b Strafgesetzbuch mit einer Geldstrafe oder bis zu drei Jahren Haft bestraft.

 

Gottfried Böhmer

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