„Gulag." Nicht nur das Kürzel für russische Straf- und Arbeitslager. Sondern auch der Inbegriff millionenfacher menschlicher Zerstörung.
Wie uns das jüngst der ganz offenbar gewaltsame Tod des Oppositionspolitikers Alexei Nawalny erneut bewiesen hat.
Fünfzehn Jahre lang hat der Fotograf und Journalist Tomasz Kizny nach den verbliebenen Spuren und Zeugnissen von sechs Lagern geforscht, die emblematisch sind für das einst sowjetische Konzentrationslagersystem des „Gulag."
Der gleichnamige Bildband ist das Ergebnis dieser außergewöhnlichen Arbeit.
450 zeitgenössische Fotos dokumentieren das Leben in den Lagern zwischen 1923 und 1960; hinzu kommen eigene Aufnahmen des Autors von den Ruinen der Lager und Menschen, die heute dort leben.
Wobei immer wieder der Eindruck entsteht, dass zwischen der Vergangenheit und Gegenwart kaum ein Unterschied besteht.
Repression und Folter bleiben, was sie sind, egal unter welchem Gewand sich das System dahinter versteckt.
Tomasz Kizny gelingt es auf knapp 500 Seiten, die Schrecken der im „Gulag" ausgeübten Gewalt eindrucksvoll und unvergessbar sichtbar zu machen.
Auch ein Appell, dass die Welt nicht länger tatenlos zuschaut, wenn unzählige Menschen im heutigen Russland in der Verbannung verschwinden.
„Gulag" ist in der Hamburger Edition (www.hamburger-edition.de) erschienen und kostet 49 Euro.
Sönke C. Weiss


Repression und Folter bleiben, was sie sind, egal unter welchem Gewand sich das System dahinter versteckt. Foto: Youtube/Spot-Screenshot



