Holger Schellkopf, Chefredakteur bei W&V, versucht Mut zu machen. zumindest den deutschen Unternehmen.
Lieber Herr Böhmer,
Listen und Rankings sind eine tolle Sache. Sie zeigen ziemlich unmissverständlich, wie der Hase läuft. Das neue "Brand Finance Global 500"-Ranking der wertvollsten Marken beispielsweise hat einige ganz eindeutige Botschaften auf Lager.
Die Top 5 gehören gar nicht mal so sehr dazu. Da hat lediglich Apple die anderen Giganten Amazon und Google auf 2 und 3 verwiesen, der Rest blieb mit Microsoft und Samsung unverändert. Ganz anders sieht es hingegen aus, wenn man sich die allgemeinen Trends ansieht.
Darin stecken gerade aus deutscher Sicht nicht unbedingt gute Nachrichten. Gerade mal fünf deutsche Unternehmen sind in den Top 50 zu finden, nicht gerade eine Super-Quote.
Die Zusammensetzung: vier Autobauer und die Deutsche Telekom, wirklich neue Akteure aus deutschen Landen sucht man da eher vergebens. Den Gegenentwurf bildet – nicht ganz überraschend – China.
Da kommen nicht nur die meisten Aufsteiger her, die entsprechenden Marken gibt es obendrein oft erst seit ein paar Jahren.
Das ist jetzt aber kein Grund, um den Kopf in den Sand zu stecken. Stattdessen eine Aufforderung: zu mehr Mut, zu mehr Entschlossenheit, zu mehr Innovation.
In diesem Sinne: Packen wir es an.
Anmerkung der GFDK Redaktion: Im Brand-Finance-Ranking der wertvollsten Marken schießt Tesla raketenhaft um fast 100 Plätze nach oben. Im vergangenen Jahr lag der Elektroauto-Hersteller noch auf Platz 146. Jetzt gelingt der Sprung auf Rang 43. „Im vergangenen Jahr legten die Tesla Aktien etwa 605 Prozent an Wert zu“, Wir sagen mal so. Das könnte eine Luftblase werden.
Schönen Abend
Holger Schellkopf


Im Brand-Finance-Ranking der wertvollsten Marken verdrängt Apple den Onlinehändler Amazon von der Spitze. Das iPhone 12 von Apple. Foto: Apple



