Verena Gründel, Mitglied der Chefredaktion bei W&V, meint Vertrauen ist ein wertvolles Gut, vor allem für Marken, nur das geht bei vielen verloren.
Lieber Herr Böhmer,
3,1 Milliarden Euro pro Jahr geben die Deutschen für Produkte aus, die sie nur gekauft haben, weil falsche oder veraltete Informationen im Netz sie dazu verleiteten.Das zeigt eine Studie von Yext.
Nennt man so was nicht auch Betrug? Zumindest erzeugen die Falschinformationen eine ganze Menge unzufriedener Kunden, die vermutlich nicht noch mal kaufen werden.
Während Marken auf der einen Seite über Purpose und Lovebrand-Strategien diskutieren, bescheißen sie (manche) auf der anderen Seite ihre Kunden? Das geht nicht. Vertrauen ist doch die wichtigste Grundlage für die Kundenbeziehung.
Nur weil Ben & Jerry's großes Vertrauen der Kundschaft genießt, sind Kampagnen wie die neueste, "#LeaveNoOneBehind – Moria eiskalt evakuieren", glaubwürdig.
Mit ihr wendet sich der Eishersteller an die Politik und fordert sie auf, die Menschen in den Flüchtlingslagern auf den griechischen Inseln in Sicherheit zu bringen.
Und sie nimmt sogar die Kunden in die Pflicht: Die sollen über ein Social Action Tool auf der Webseite Nachrichten an die Politiker im Bundestag und in den Länderparlamenten schicken.
Eine mutige Aktion der Marke, die sich seit Jahren für Umweltschutz und soziale Themen einsetzt. So geht Haltung. Wem’s nicht gefällt, der darf gern ein anderes Eis essen.
Verena Gründel
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Konsumenten verlieren das Vertrauen in Marken, besagt eine aktuelle Yext-Studie. Foto: Yext



