Rolf Schröter, Chefredakteur bei W&V, berichtet das Mercedes-Marketingchefin Bettina Fetzer einen komplett anderen Weg geht.
Lieber Herr Böhmer,
Mercedes lockt mit Yoga, Blumen und Sneakern. Diese Themen sind weit entfernt von der alten Autowelt, in der es um Potenz und Performance geht.
Auch klassische Sortierungen wie Alter, Gender oder Herkunft spielen für die wertvollste Luxusmarke Deutschlands kaum noch eine Rolle.
Stattdessen spricht Mercedes Menschen entsprechend ihrer Bedürfnisse an. Wie? „Wir haben für uns die „Me“-Zielgruppe und die „We“-Zielgruppe definiert“, sagt die globale Marketingchefin Bettina Fetzer.
Die „Me“-Zielgruppe ist auf das eigene Wohl konzentriert, also auf Selbstverwirklichung. Sie legt Wert auf die Zurschaustellung ihres Eigentums, die sie sich mit Luxusartikeln beimisst.
Die „We“-Zielgruppe dagegen ist eher interessiert an nachhaltigen Werten und ihren qualitativen Ausprägungen und an der Gesellschaft in Summe.
Das ähnelt der Strategie der Grünen im Bundestagswahlkampf. Die Tagline der Kampagne lautet: „Bereit, weil Ihr es seid“.
Statt die Kanzlerkandidatin Annalena Baerbock ausschließlich allein zu inszenieren, tritt sie zudem gemeinsam mit ihrem Politpartner Robert Habeck auf.
Auch in den weiteren Motiven kommt oft das Wort „Wir“ vor. Vielleicht ist das ganz einfach der Schlüssel für den neuen Erfolg.
Einen schönen Abend wünscht
Rolf Schröter


Mercedes-Marketingchefin Bettina Fetzer: "In der Vergangenheit ging es darum, ein Auto möglichst dynamisch und muskulös auf einem grauen Asphalt darzustellen. Das machen wir nicht mehr." Foto: Mercedes-Benz AG



