Verena Gründel, Chefredakteurin bei W&V, berichtet das die ersten Sponsoren bei Olympia aussteigen.
Lieber Herr Böhmer,
Die Fußball-EM war verkorkst. Und die Olympischen Spiele in Tokyo scheinen nicht besser zu werden. Wegen der Berichterstattung rund um leere Stadien, frustrierte Einheimische und erste Coronafälle fürchten sich die Sponsoren die Furcht vor Imageschäden.
Der Hauptsponsor Toyota macht jetzt einen harten Schnitt. Er kündigt an, dass keiner der vorbereiteten Werbespots mit Bezug zu den Spielen vor Ort ausgestrahlt werden soll.
Eine bittere Nachricht für die Organisatoren. Denn während der Autobauer damit fein raus ist und als derjenige in Erinnerung bleibt, der Haltung zeigt, dürfte der Imageschaden für das IOC bleiben.
Nicht unwahrscheinlich, dass andere Sponsoren nachziehen.
Doch es gibt auch gute Nachrichten aus Tokyo: Wissenschaftler haben die bisher schnellste Internetverbindung aller Zeiten erfunden: 319 Terabit pro Sekunde.
Sie haben den Inhalt einer 2-Terabyte-Festplatte binnen fünf Hundertstel Sekunden über 3000 Meter übertragen. Weil das Vierfach-Glasfaserkabel nicht dicker ist als bisherige Leitungen, ließe sich die Technik auch in bestehende Netze integrieren.
Schöne Theorie, aus deutscher Internetsteinzeit-Sicht. Manchmal scheitern Digitalprojekte nicht an der Technik, sondern an der Akzeptanz.
Auch Marcel, die Kollaborations-KI von Publicis, wäre daran fast untergegangen. Doch die Agentur nahm es mit Humor, warb mit einem selbstironischen Video – na ja und dann kam auch noch Corona.
Und damit das Zeitalter der Kollaborationstools. Inzwischen hat Marcel eine Fangemeinde und schon einige Erfolge vorzuweisen.
Das ist der Stoff, aus dem Superheldengeschichten gemacht sind.
Einen schönen Abend wünscht
Verena Gründel


Olympia-Sponsor Toyota geht auf Distanz. Foto: Youtube/Spot-Screenshot



