Gesellschaft Freunde der Künste
worum es bei grüner Kommunikation geht

Marketing ohne Öko Weltverbesserer Ambitionen

Verena Gründel, Chefredakteurin bei W&V, findet nachhaltige Produkte gut, man muß es aber nicht immer betonen, auch im Marketing nicht.

Lieber Herr Böhmer,

“To save the world you have to throw a better party than those destroying it.” Das sagte der Gründer der Tomorrow Bank gestern Abend auf dem Green Marketing Day.

Das Zitat fasst perfekt zusammen, worum es bei grüner Kommunikation geht. Nachhaltige Produkte und ihr Marketing müssen so gut sein, dass man sie auch ohne Weltverbesserer-Ambitionen kaufen möchte.  

Wie die von Einhorn. Die Berliner haben es geschafft, dass ihre Kondome und Menstruationstassen als nachhaltig wahrgenommen werden – ohne, dass es dauernd um Umweltschutz geht.

„Wir müssen nicht fett ‚Bio‘ draufschreiben“, sagt Cordelia Röders-Einhorn, Head of Menstruation, im Interview. Der Spaß in der Kommunikation steht im Vordergrund.

Öko – auch wenn Cordelia das Wort gar nicht gern hört – ist die Basis für alles Handeln. Bei vielen Unternehmen ist das noch nicht so. Trotzdem geben sie sich gern grün.

“Wenn 80 Prozent der Ressourcen in Kommunikation fließen und nur 20 Prozent in Nachhaltigkeit, Entwicklung, Technologie, dann ist das verkehrt", sagt Influencerin Madeleine Alizadeh alias DariaDaria im Gespräch. Besser wäre es genau umgekehrt. Nur dann seien die guten Absichten glaubwürdig. Nur dann besteht keine Greenwashing-Gefahr.

Denn schöne Mode sollte nicht unter hässlichen Bedingungen entstehen, sagte sie uns schon 2019 im Interview. Im Interview  erklärte sie uns, warum und wie wir alle etwas zu einem Wandel in der Modeindustrie beitragen können.Sie hat konventionelle Mode gegen grüne, faire Fashion eingetauscht und ist die bekannteste Fair-Fashion-Influencerin. 

O2 ist so eine Marke, die kaum als besonders nachhaltig wahrgenommen wird. Und das, obwohl der dahintersteckende Konzern als das dritt-nachhaltigste Unternehmen in Deutschland ausgezeichnet wurde.

Die Wahrnehmung will Marketingchef Michael Falkensteiner ändern. Der Markenname und die Assoziation mit Wasser kommen ihm gelegen.

"Der größte CO2-Binder sind die Meere, nicht die Wälder", korrigiert er die landläufigen Vorstellungen. O2, chemisches Zeichen für Sauerstoff, sei das zentrale Element nicht nur in der Marke.

Sondern auch im Wasser – alias H2O.  

Einen feuchtfröhlichen Abend wünscht

Verena Gründel

 


Wenn sie noch mehr Informationen über Content-Marketing, Storytelling, Digitale-Transformation, Influencer-Marketing, Produkt und Markenwelten sowie Geschichten und Informationen aus der Werbebranche erfahren wollen, besuchen sie unsere Rubrik Marketing News, hier erfahren sie ständig was die Werbe-Welt bewegt