Gesellschaft Freunde der Künste
Von Regisseur Damiano Michieletto

Ein ungewöhnlicher Selbstbestimmungs-Historienfilm -"Vivaldi und ich"

Biopics über berühmte Komponisten folgen häufig dem gleichen Muster: viel Musik, viel Privates und etwas Zeitkolorit. Davon unterscheidet sich "Vivaldi und ich" wohltuend:

Hauptfigur ist die Bewohnerin eines venezianischen Waisenhauses, die Violine spielt, von Vivaldi gefördert wird und deshalb ihre Flucht in die Freiheit wagt.

Was Regisseur Damiano Michieletto zugleich realistisch und sinnlich inszeniert - ein ungewöhnlicher Selbstbestimmungs-Historienfilm.

(Kinostart: 21.5.) Erst musizieren, dann heiraten: Der Lebensweg junger Waisenhaus-Bewohnerinnen im Venedig des 18. Jahrhunderts war festgelegt.

Eine wagt jedoch, gefördert vom Barock-Komponisten Vivaldi, sich zu widersetzen – das inszeniert Regisseur Damiano Michieletto so geradlinig wie sinnlich.

Die Ospedali Grandi waren der musikalische Stolz der Republik Venedig, die bis 1797 bestand. In diesen Waisenhäusern wurden junge Mädchen an Instrumenten ausgebildet; sie musizierten, hinter einem Gitter verborgen, zu liturgischen wie weltlichen Anlässen.

So trugen sie zum Prestige der Institutionen und ihrer Förderer bei.

Dieses Geschäftsmodell verband dabei geschickt karitatives und wirtschaftliches Kalkül: Wenn sie das entsprechende Alter erreichten, wurden die zu Kultiviertheit und Gehorsam erzogenen Mädchen gegen hohe Summen an betuchte Bürgern verheiratet.

Mit ihrer Musik-Karriere war es dann allerdings vorbei.

Hochzeit mit dem Kriegsheimkehrer

Dieses Schicksal steht auch Cecilia (Tecla Insolia) bevor. Zu Beginn des 18. Jahrhunderts spielt sie Violine im Orchester des Ospedale de la Pietà, einem der vier größten und angesehensten Häusern der Stadt.

Sie ist bereits einem Offizier versprochen; sobald er aus dem Krieg gegen das Osmanische Reich zurückkehrt, wird sie ihn heiraten.

Kunst+Film-Redaktion

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VIVALDI UND ICH | Trailer | Ab 21. Mai 2026 im Kino