Diese Ausstellung versammelt Fotografien, die in unterschiedlichsten Welten entstanden sind – Welten, die weiter nicht voneinander entfernt scheinen könnten, und doch alle Teil derselben menschlichen Erfahrung sind.
Von den stillen, verletzlichen Momenten im Kriegsgebiet des ehemaligen Kosovo, über das Leben der Töchter des Reviers – Frauen zwischen Tradition, Widerstand und Aufbruch –, bis hin zu urbanen Landschaften bei Nacht, in denen sich Einsamkeit und Schönheit begegnen:
Die Bilder erzählen von Übergängen. Von Lebenswelten zwischen Licht und Dunkel, Laut und Leise, Mode und Militanz, Zerstörung und Zärtlichkeit.
Jedes Motiv ist ein Fragment einer größeren Erzählung.
Eine Spurensuche zwischen Identität und Herkunft, Vergangenheit und Gegenwart. Zwischen scheinbar gegensätzlichen Polen entsteht eine emotionale Topografie, die den Blick schärft für das, was oft übersehen wird.
Im Jahr 1999 veröffentlichte die Vereinten Nationen eine erschütternde Hochrechnung:
Sollte sich der damalige Fortschritt in der Gleichstellung der Geschlechter im selben Tempo fortsetzen, würde es bis zum Jahr 2490 dauern, bis Frauen weltweit rechtlich und gesellschaftlich gleichgestellt sind.
Diese Zahl – präzise, nüchtern und zugleich absurd fern – bildet das konzeptuelle Fundament der fotografischen Serie 2490 von [Dein Name].
Die Arbeiten bewegen sich an der Schnittstelle von dokumentarischer Beobachtung und künstlerischer Intervention.
Sie thematisieren Macht, Unsichtbarkeit, Widerstand und Selbstbehauptung im Kontext weiblicher Lebensrealitäten – lokal und global.
Die Bildsprache ist zugleich direkt und vielschichtig; sie zeigt Frauen in unterschiedlichen sozialen, kulturellen und emotionalen Zuständen: nicht als Repräsentationen von Opferrollen, sondern als Akteurinnen in einem systemischen Gefüge, das ihre Gleichstellung verzögert, untergräbt oder verhindert.
2490 ist keine spekulative Zukunftsvision, sondern eine Gegenwartsdiagnose – ein visueller Kommentar zum globalen Status quo der Menschenrechte aus weiblicher Perspektive.
In ihrer seriellen Struktur verweigern sich die Fotografien schnellen Lesarten.
Stattdessen entsteht ein Spannungsfeld zwischen dem dokumentierten Moment und der darin eingeschriebenen historischen wie eine melancholische Schwere.
Eva-Maria Horstick
Fotografin & Künstlerin
Über Eva
Eva‑Maria Horstick fotografiert seit ihrem 10. Lebensjahr. Ihre künstlerische Praxis vereint langjährige Fotoprojekte mit serieller Arbeit, Installation, Skulptur, Performance und aktuellen KI-Technologien.
Thematisch setzt sie sich intensiv mit Identität, Erinnerung, sozialen Themen, Gewalt und urbanen Räumen auseinander – stets mit energiegeladener Bildsprache und emotionaler Tiefe.
„Fotografie ist für mich eine Form des Erinnerns und Reflektierens."
Im Hans B am 4.9 2025
Hanstastrasse 6/12 in Dortmund gegenüber dem Museum für Kunst und Kulturgeschichte


Kosovo. Fotos von Eva-Maria Horstick
Police-Station Kosovo
UN Ploice



