Regisseur Park Chan-wook zählt zu den profiliertesten Regisseuren in Südkorea. Ob Thriller, ob Tragikomödie mit burlesken Zügen: Jeder seiner Filme ist bis ins letzte Detail ausgefeilt.
Nun knöpft sich Park die Fixierung seiner Landsleute auf ihre berufliche Stellung vor: Um einen neuen Job zu bekommen, geht der Protagonist von "No Other Choice" bis zum Aeussersten.
Was ihm auf Dauer wenig helfen wird, denn er arbeitet in der Papierherstellung - so viel schwarzer Humor in der Arbeitswelt war selten.
(Kinostart: 5.2.) Tödliche Stellenanzeigen: Den Versuch eines geschassten Ingenieurs, der Arbeitslosigkeit zu entkommen, inszeniert Regisseur Park Chan-wook in seiner Romanverfilmung als schwarze Komödie.
Dabei erweist er auf handwerklich höchstem Niveau der schwindenden Welt des Analogen seine Referenz.
„Ich habe alles!“ sagt Man-su (Lee Byung-hun).
Ein großes Anwesen, zwei Kinder, die Frau, die ihm nach langen Ehejahren noch leidenschaftlich verbunden ist, und zwei Golden Retriever – was mehr könnte er sich wünschen?
Ermöglicht hat ihm das seine Anstellung als Ingenieur in der Papierherstellung. Hier ist er Spezialist und stolz darauf, dass sich niemand besser mit Fein- und Spezialpapieren auskennt als er.
Doch als seine Firma von einem ausländischen Konzern übernommen wird und Man-su von einer KI ersetzt wird, steht er vor dem Nichts.
In Südkorea, wo „No Other Choice“ spielt, ist Arbeitslosigkeit ein gesellschaftliches Todesurteil.
Auf was also wird die Familie künftig verzichten müssen? Lee Miri (Son Yejin), Man-sus Frau, hat schnell eine Liste zur Hand.
Darauf stehen unter anderem ihre Tennisstunden, das Netflix-Abo der Kinder und die Hunde, die zu den Großeltern kommen, bis die Zeiten wieder besser sind.
Relikte des analogen Zeitalters
Doch peinliche erste Bewerbungsgespräche zeigen, dass die Lage selbst für Höchstqualifizierte wie Man-su ziemlich aussichtslos ist.
Papier, einst überall benötigte Massenware, ist mit der allumfassenden Digitalisierung zu einem Relikt des analogen Zeitalters geworden.
Genauso geht es denjenigen, die es herstellen. Aus den von Man-su zunächst avisierten drei Monaten, die der unerfreuliche Zwischenzustand bis zum neuen Job dauern sollte, werden immer mehr. Sogar das Haus steht irgendwann vor der Zwangsversteigerung.


Man-su (Lee Byung-hun) feiert mit Frau und Kindern auf dem Familienanwesen sein Glück. Foto: 2025 CJ ENM Co. Ltd. MOHO Film
Lee Ara (Yeom Hye-ran), die Frau eines Konkurrenten, überrascht Man-su im Wald.. Foto: 2025 CJ ENM Co. Ltd. MOHO Film
Man-su (Lee Byung-hun) hat seinem Konkurrenten Go Sijo (Cha Seung-won) eine Falle gestellt.. Foto: 2025 CJ ENM Co. Ltd. MOHO Film



