Minimal-Music-Weltstar Philip Glass sagte von Meredith Monk, sie sei "unter uns allen die einzigartig Begabte" gewesen:
Seit einem halben Jahrhundert verknüpft die Avantgarde-Musikerin ihre Vokalakrobatik mit allen möglichen Genres. Ihr widmet Regisseur Billy Shebar nun das Doku-Porträt "Monk in Pieces", das ihr Schaffen so facettenreich wie kurzweilig präsentiert.
(Kinostart: 21.8.) Stille Superheldin: Im Schatten prominenter Zeitgenossen aus der New Yorker Avantgarde-Szene hat die Vokalakrobatin Meredith Monk ein erstaunliches interdisziplinäres Gesamtwerk geschaffen.
Ihre Würdigung im Doku-Porträt von Regisseur Billy Shebar ist längst fällig und hoch verdient.
Unter Kollegen und Kolleginnen gilt die 82-jährige Meredith Monk schon lange als einflussreiche Avantgarde-Ikone.
In „Monk in Pieces“, Billy Shebars Porträt der vielseitigen Künstlerin, gibt sich die isländische Sängerin Björk als Fan zu erkennen; ebenso wie der Pop-Artist David Byrne, der Monk für eine Szene in seinem (einzigen) Film „True Stories“ (1986) als Choreographin und Vokalistin buchte.
Und sogar in der Kult-Komödie „The Big Lebowski“ (1998) der Coen-Brüder sind Monksche Klangwelten zu hören.
Außerhalb dieser Kreise ist die Vokalkünstlerin bis heute relativ unbekannt – verglichen mit manch männlichem Wegbegleiter aus der New Yorker Avantgarde-Szene, etwa den Minimal-Music-Pionieren Steve Reich und Philip Glass.
Letzterer empfindet das als grobe Schieflage. Im Film-Interview sagt er über Monk, sie „war – und ist immer noch – unter uns allen die einzigartig Begabte.“
Schon immer interdisziplinär
In fast sechs Jahrzehnten hat die 1942 geborene Künstlerin ein schwer kategorisierbares Œuvre geschaffen, das der Film mit reichlich Archivmaterial kaleidoskopartig präsentiert.
Sie arbeitet dabei nicht nur als Performerin, sondern als Komponistin, Choreografin, Theaterkünstlerin und Filmemacherin. Interdisziplinär agierte Monk schon, bevor dieser Begriff etabliert war.
Kunst+Film-Redaktion
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Meredith Monk mit ihrem geliebten Haustier namens Neutron, das sie auch zu ihrem Album "Turtle Dreams“ (1983) inspiriert hat. Foto: © Real Fiction Filmverleih
Auch wenn ihre Musik weitgehend ohne Sprache auskommt: Meredith Monk versteht sich darauf, ihr künstlerisches Schaffen zu erklären. Foto: © Real Fiction Filmverleih



