Drogenbefeuert und vom Leben gezeichnet, rast eine Gruppe Hardcore-Raver tief in die Sahara, auf der Suche nach Grenzerfahrungen.
Die warten in der Wüste auf sie - aber anders als erhofft. "Sirât" erinnert an klassische Abenteuerfilme wie "Lohn der Angst" (1953), aber mit zeitgemäßem Look und Score.
(Kinostart: 14.8.) Lass es krachen: Eine Schar Extrem-Raver fährt tief in die Sahara auf der Suche nach dem ultimativen Kick – den finden sie anders als erwartet.
Sein existentielles Endzeit-Epos bannt Regisseur Óliver Laxe in betörend archaische Bilder; dafür erhielt er in Cannes den Preis der Jury.
In einer Wüsten-Landschaft stapeln Rowdies Boxen zu einer gigantischen Lautsprecherwand; Kabel werden gesteckt und Schalter umgelegt. Bald dröhnen monoton-repetitive beats über die unwirtliche Ebene.
Zu einem Sound, der grollt und wummert, als würden sich tektonische Platten aneinander reiben, tanzt im staubigen Ambiente eine Schar vom Leben gezeichneter Reisender in Sachen Techno.
Auch im Kinosaal entfalten die Bässe ihre Wirkung. So erlebt das Publikum von Anfang an körperlich mit, was die Figuren in „Sirât“, dem vierten Spielfilm des französischen Regisseurs Óliver Laxe, erfahren und erleiden.
Außer den Ravern sind auch Vater Luis (Sergi López), und sein zwölfjähriger Sohn Esteban (Bruno Núñez) dabei. Ihnen geht es nicht um Ekstase und Grenzerfahrungen:
Sie sind auf der Suche nach ihrer Tochter bzw. Schwester Mar, die fünf Monaten zuvor auf einem ähnlichen Event verschwunden ist.
Militär beendet die Party
Am nächsten Tag taucht Militär auf und beendet die Party, weil der Ausnahmezustand ausgerufen wurde: Alle Ausländer sollen das Land verlassen.
Da bricht ein halbes Dutzend Raver mit zwei geländegängigen 1970er-Jahre-Bussen aus der Kohorte aus.
Sie rasen halsbrecherisch über schmale Pisten durch das Atlas-Gebirge und die Wüste ins Nirgendwo; zur nächsten, noch extremeren Musik- und Tanzerfahrung.
Diese soll tief im Süden von Marokko stattfinden, in der umkämpften Grenzregion zur Westsahara. Kurzentschlossen folgen ihnen Luis und Esteban in ihrem kaum wüstentauglichen Familienwagen.
Kunst+Film-Redaktion
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Luis (Sergi Lopéz, r.) folgt den Ravern Stef (Stefania Gadda, l.) Bigui (Richard Bellamy, 2.v.r.) und Josh (Joshua Liam Henderson) zu einer letzten Party in der Wüste. Foto: © Pandora Film
Bigui (Richard Bellamy) inmitten der ravenden Menge. Foto: © Pandora Film
Auf dem Weg zu ihrem nächsten Rave: Tonin (Tonin Janvier l.), Stef (Stefania Gadda, 2.v.l. ), Jade (Jade Oukid) und Josh (Joshua Liam Henderson). Foto: © Pandora Film



