Wer gerade Haus und Job verloren und dazu noch die Diagnose einer unheilbaren Krankheit erhalten hat, ist wohl kaum geneigt, erst einmal ausgiebig zu wandern. Doch die Protagonisten von "Der Salzpfad" tun genau das:
Ein abgebranntes Ehepaar läuft Englands Südwestküste entlang, schreibt darüber einen Erfahrungsbericht - und der wird ein Bestseller.
Regisseurin Marianne Elliott inszeniert die Selbstfindungs-Story einfühlsam und streckenweise recht rührselig.
(Kinostart: 17.7.) Der Weg ist das Ziel: Die Bestseller-Verfilmung um ein verarmtes Ehepaar auf Wanderschaft fängt die Atmosphäre der Romanvorlage erfolgreich ein.
Die Aufregung um deren Wahrheitsgehalt scheint angesichts der harmlosen Erbauungsgeschichte jedoch übertrieben.
Das Haus ist gepfändet, der Ehemann unheilbar krank, die Familie insolvent: Es läuft nicht gut für Raynor Winn (Gillian Anderson), und man sieht es ihr an.
Mit zerzausten Haaren und besorgtem Blick sitzt sie neben ihrem Gatten Moth (Jason Isaacs) im Bus auf dem Weg an die Südwest-Küste Englands.
Sie zählt das Geld, das ihnen bleibt, und dreht dabei sorgsam jeden Penny einzeln um.
Weil sie ihr Erspartes in das Geschäft eines Freundes investiert haben, das krachend gescheitert ist, sind die Winns nun obdach- und so gut wie mittellos.
Aus Mangel an Optionen wählen sie die Flucht nach vorn. Ihr Plan ist es, den mehr als 1000 Kilometer langen South West Coast Path abzuwandern. Englands längster, auch „Salzpfad“ genannter Wanderweg führt von Somerset über Devon und Cornwall bis nach Dorset.
Schwerkrank auf Wanderschaft
Dafür sind sie kaum hinreichend ausgerüstet. Ihr wackeliges Zelt und die amateurhaft gepackten, viel zu schweren Rucksäcke sind das eine Problem.
Das andere ist Moths hinkendes Bein. Mühsam zieht er es bei jedem Schritt hinter sich her.
Er leidet an der seltenen neurologischen Erkrankung CBD, die Gleichgewichtsstörungen und Lähmungen hervorruft.
Kunst+Film-Redaktion
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Raynor (Gillian Anderson) und Moth Winn (Jason Isaacs) wärmen sich am Feuer. Foto: British Broadcasting Corporation und Number 9 Films Salt Path Limited 2024
Raynor (Gillian Anderson) und Moth Winn (Jason Isaacs) genießen die Aussicht. Foto: British Broadcasting Corporation und Number 9 Films Salt Path Limited 2024
Moth Winn (Jason Isaacs) und Raynor (Gillian Anderson) machen eine Pause. Foto: British Broadcasting Corporation und Number 9 Films Salt Path Limited 2024



