Vermeintlich taghell und unbeschwert geht es dagegen in "Klara und die Sonne" zu. Literatur-Nobelpreisträger Kazuo Ishiguro publizierte 2021 seine SciFi-Dystopie, in der Roboter-Klone als 'Freundinnen' dazu dienen, Teenager bei Laune zu halten.
In seiner Adaption täuscht Regisseur Taika Waititi raffiniert mit pflegeleichter Benutzeroberfläche darüber hinweg, welche philosophischen Fragen dem zugrunde liegen - wobei dieser Film bald von der KI-Entwicklung eingeholt werden dürfte.
Menschlicher als der beste Mensch:
Die künstliche Freundin einer Teenagerin ist hinreißend charmant.
In der Verfilmung des SciFi-Romans "Klara und die Sonne" von Kazuo Ishiguro bietet Regisseur Taika Waititi philosophische Gedankenspiele als leichtfüßiges Jugendkino.
Es ist eine tief sitzende menschliche Angst: an einem Schaufenster mit Mannequins vorbeizugehen und das Gefühl zu bekommen, sie seien lebendig.
Doch die Haut ist zu glatt, die Augen zu symmetrisch, die Proportionen sind zu perfekt, um menschlich zu sein.
Das Unbehagen über die Kluft zwischen Original und Imitation, die zusehends schmaler wird, bezeichnet man als uncanny-valley-Effekt.
In „Klara und die Sonne“, der Verfilmung des 2021 erschienenen Romans von Literaturnobelpreisträger Kazuo Ishiguro, erfährt dieser unheimliche Effekt eine interessante Verschiebung.
In naher Zukunft sehen mit Solarenergie betriebene Roboter den Menschen zum Verwechseln ähnlich. Zum Beispiel ist Klara (Jenna Ortega) vom Typ B1 eine künstliche Freundin; dazu bestimmt, ihren Besitzern dienen.
Auf Menschlichkeit programmiert
Als veraltetes Modell ist sie leider ein Ladenhüter. Doch eines Tages entdeckt die Teenagerin Josie (Mia Tharia) Klara im Schaufenster und überredet ihre Mutter Chrissie (Amy Adams), sie ihr zu kaufen.
Mit Menschen zusammenzuleben muss die neue Freundin erst lernen. Sie beobachtet Josie und ihre Familie, hört ihnen zu und versucht, ihr Verhalten zu verstehen.
Sie ist darauf programmiert, Nähe herzustellen und “menschlich” zu interagieren.
Kunst+Film-Redaktion
Copyright Publishing Company Heilwagen GmbH
Angersbachstraße 12
34127 Kassel, Deutschland/ Germany
Tel. +49 – 561 – 80 99 3
Fax. +49 – 561 – 89 83 47


Chrissy (Amy Adams) lässt sich von ihrer Tochter Josie (Mia Tharia) zum Kauf der Künstlichen Freundin überreden. Foto: © 2026 CTMG, Inc. All Rights Reserved
Roboter-Mädchen Klara (Jenna Ortega) lässt sich von der Geschäftsführerin (Natasha Lyonne) zurecht machen. Foto: © 2026 CTMG, Inc. All Rights Reserved
Ein diabolischer Plan: Josies Mutter Chrissy (Amy Adams) und Dr. Capaldi (Steve Buscemi) wollen Klara überzeugen, sich "neu zu erfinden". © 2026 CTMG, Inc. All Rights Reserved



