Reich im Handumdrehen dank Heimpornos: Daran glaubt ein junges deutsches Paar auf Zypern. Ihr Treiben beobachtet Regisseur Joscha Bongard – er bietet kaum Einblicke in Geschäftspraktiken der Sexfilm-Branche, sondern das Psychogramm einer ungesunden Beziehung.
Du bist Influenza? Nein, Influencer! Was noch vor wenigen Jahren potenziell für Verwirrung sorgte, ist – vor allem für die mit dem Internet aufgewachsene Generation – zur Karriereoption geworden.
Influencer leben auf Online-Plattformen wie YouTube, Instagram oder TikTok ein neues Berufsbild vor.
Haben sie eine hohe Zahl an Followern, nutzen sie ihren Einfluss für Marketing, für das sie sich bezahlen lassen.
Das lukrativste Internet-Geschäft ist jedoch nach wie vor Pornographie; es liegt also nahe, beides zusammen zu führen.
Willkommen in der Welt der „Pornfluencer“ – so das Kofferwort von Regisseur Joscha Bongard für seine Recherche in der Welt der Amateur-Pornofilmer.
Schwankende Jahresumsatz-Schätzungen
Zwar sind zahllose solcher Filme heutzutage über so genannte Tube-Seiten wie etwa „YouPorn“ oder „MyDirtyHobby“ kostenlos abrufbar.
Sie haben der herkömmlichen Pornoindustrie sehr geschadet; dennoch werden weiter viele kommerzielle Sexfilme produziert.
Der Umfang der Branche ist schwer zu bestimmen. Schätzungen ihres Jahresumsatzes reichen von etwa 20 bis knapp 100 Milliarden US-Dollar weltweit.
Laut Statistiken sollen ein Viertel aller Suchanfragen und rund 35 Prozent des Datenverkehrs pornografische Inhalte betreffen.
60 Darstellerinnen, kaum soziale Kontakte
Was sich daraus machen lässt, will Regisseur Bongard am Beispiel von Andreea und Nico zeigen. Das junge Paar aus Deutschland hat die Schule beziehungsweise Ausbildung abgebrochen.
Nun leben sie in einer gemieteten Villa auf Zypern; auf Instagram präsentieren sie sich als „Youngcouple9598“. Unter diesem Namen vermarkten beide auch ihren eigenen Internet-Auftritt.
Ihre Kunst+Film-Redaktion


Andreea alias Jamie Young und Nico alias Nico Nice bei der Arbeit. Foto: Salzgeber & Co. Medien GmbH



