Es klingt wie der Stoff für einen spannenden Kunst-Krimi: 2021 lieferte eine Familie bei einem Auktionshaus in Madrid ein Barock-Gemälde ein, das für nur 1500 Euro verkauft werden sollte.
Bald kam das Gerücht auf, es handele sich um ein echtes Bild von Caravaggio. Ob das stimmt, erfährt man in der Doku "Ecce Homo - Der verlorene Caravaggio" ebenso wenig genau wie vieles andere. Denn Regisseur Álvaro Longoria heftet sich an die Fersen eines Kunsthändlers - und der argumentiert oft pro domo.
(Kinostart: 31.7.) Seht, welch ein Bild: 2021 wurde in Madrid ein Gemälde entdeckt, das bald als unbekanntes Werk von Caravaggio galt.
Wie es begutachtet, restauriert und vermarktet wurde, schildert die Doku von Regisseur Álvaro Longoria wortreich, aber wenig strukturiert – entscheidende Fragen bleiben offen.
„Schläfer“ nennt man nicht nur Spione oder Terroristen, die lange inkognito auf ihren Einsatz warten, sondern offenbar auch Meisterwerke, die viele Jahre unbeachtet herumstehen oder -hängen, bis jemand ihren wahren Schöpfer erkennt.
Deshalb hat der spanische Filmemacher Álvaro Longoria seine Doku über die Wiederentdeckung eines Gemäldes von Michelangelo Merisi da Caravaggio (1571-1610) im Original „The Sleeper: El Caravaggio perdido“ betitelt.
Dass der Begriff wenig geläufig ist, dürfte daran liegen, dass solche Fälle sehr selten vorkommen. Oder eher:
Häufig werden Zufallsfunde voreilig und effekthascherisch als von Meisterhand etikettiert, bis Experten Wasser in den Wein schütten – meist wurde die fragliche Arbeit von einem Schüler, Gehilfen, Kopisten oder Nachfolger geschaffen.
Was nicht ihre künstlerische Qualität, wohl aber ihren Marktwert drastisch mindert. Um den dreht sich fast alles in diesem Film.
Kunst+Film-Redaktion
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Kunsthändler Filippo Benappi betrachtet das Bild. Foto: Arsenal Filmverleih



