Etwas absolut Einzigartiges schwebte offenbar auch Regisseur David Lowery vor, der gern kommerzielle Erfolgsformeln gegen den Strich bürstet.
Doch "Mother Mary" ertrinkt geradezu in der eigenen Bedeutsamkeit: Die mit Mystery-Spuk angereicherte Fabel von Anne Hathaway als Hochglanz-Popstar, dem seine Ex-Geliebte und -Ausstatterin ein nie dagewesenes Bühnen-Outfit entwirft, kommt trotz toller Bilder sehr prätentiös und verschmockt daher.
(Kinostart: 21.5.) Unsere liebe Frau vom Showbiz-Zirkus:
Die glänzend besetzte Pop-Operette von Regisseur David Lowery ist eine Mischung aus Paartherapie, spiritistischer Sitzung und Kreativ-Meeting am Rande des Nervenzusammenbruchs.
Leider nehmen alle Beteiligten sich und ihr Thema viel zu ernst.
Popstars sind vielleicht die letzten Ikonen, die heute noch verehrt werden. Nur, dass diese neuen Heiligen oft zugleich Produkt und Opfer ihrer eigenen Inszenierung sind.
Anne Hathaway spielt in „Mother Mary“ von US-Regisseur David Lowery eine Popmusikerin, die befürchtet, hinter dem Bild, das sie von sich selbst kreiert hat, zu verschwinden.
Kurz vor ihrem großen Neujahrsauftritt bekommt die unter dem Namen „Mother Mary“ zum Megastar aufgestiegene US-Sängerin Selbstzweifel. Besonders das maßgeschneiderte Outfit für ihre neue Show scheint ihr plötzlich falsch zu sein.
Ohne ihre Entourage zu informieren, fliegt sie spontan nach England und sucht dort das abgelegene Haus der Modedesignerin Sam (Michaela Coel) auf.
Mother Marys Markenzeichen
Von ihr wünscht sie sich ein neues, ikonisches Bühnenkostüm – oder vielleicht ein neues Selbst. Sam hat Marys öffentliche Erscheinung entscheidend miterschaffen.
Ihr Markenzeichen ist ein Heiligenschein, dessen Gestalt mit jedem neuen Album variiert.
Aus dem Wiedersehen der einstigen Freundinnen entwickelt Regisseur David Lowery, der auch das Drehbuch schrieb, eine seltsame Mischung aus retrospektiver Paartherapie, Séance und Kreativ-Meeting am Rand des Nervenzusammenbruchs.
Kunst+Film-Redaktion
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Mother Mary (Anne Hathaway) bei einem früheren Gig. Foto: Leonine Studios
Intensive Suche nach dem richtigen Stoff: Mode-Designerin Sam Anselm (Michaela Coel) und Mother Mary (Anne Hathaway) Foto: Leonine Studios.
Sieht gut aus, gefällt ihr aber gar nicht: das ursprünglich geplante Kostüm von Mother Mary. Foto: Leonine Studios



