Gesellschaft Freunde der Künste
Eine vielleicht-oder-auch-nicht-Liebesgeschichte

Nichts gerät außer Kontrolle, auch nicht im Rausch, in "Allegro Pastell"

Mit "Allegro Pastell" gelang dem Autor Leif Randt 2020 eine hoch gelobte Bestandsaufnahme des Lebensgefühls heutiger Thirtysomethings.

Nun hat die Regisseurin Anna Roller das Buch verfilmt - mit teils schwebenden, teils irrlichternden Bildern für eine Vielleicht-oder-auch-nicht-Liebesgeschichte, in der die Gespräche der Akteure zu etwas Paradoxem führen: "einer Nähe, die Intimität behauptet und zugleich Distanz organisiert", so unser Rezensent.

(Kinostart: 16.4.) Gefühle in Mikrodosen: In ihrer Verfilmung eines Romans von Leif Randt überträgt die junge Regisseurin Anna Roller die Sprache der Vorlage in eigenwillige, suggestive Filmbilder.

So gelingt ihr das Porträt einer Generation zwischen kontrolliertem Rausch und Melancholie im posttherapeutischen Zeitalter.

Was passiert, wenn selbst der Ausnahmezustand zur Routine wird? Dann bleibt nur noch, seine Intensität zu verwalten und in kleine Dosen einzuteilen.

So halten es die Menschen in “Allegro Pastell”, der Verfilmung des gleichnamigen Romans von Leif Randt durch die Regisseurin Anna Roller.

Sie leben in einer Welt, in der alles möglich scheint – und das einst Unmögliche deswegen seinen Reiz verloren hat.

Nichts gerät außer Kontrolle, auch nicht im Rausch. Stattdessen herrscht ein leicht betäubter Zustand, der jede Freude und jeden Schmerz im Zaum hält.

Es ist vielleicht das Radikalste an diesem Film, dass er sich weigert, aus Gefühlen ein Ereignis zu machen. Beeindruckend verkörpern dies die Hauptpersonen:

Tanja (Sylvaine Faligant) und Jerome (Jannis Niewöhner) sind ein Paar, aber auch nicht so richtig. Sie leben zwischen Berlin und Maintal, trennen sich, nähern sich wieder an, zweifeln an sich selbst und an ihrem Gegenüber.

Der Plot ist nicht das Ziel

Zwei driftende Großstadtmenschen mit kreativen Berufen: Tanja arbeitet an ihrem nächsten Roman, Jerome an einer neuen Website.

Auf der Plot-Ebene passiert nicht viel in diesem Film – aber das ist auch nicht sein Anliegen.

Die Beziehung von Tanja und Jerome entfaltet sich weniger in Handlungen als in Sprache. Vorgetragen wird sie meistens in einem sanften, leicht nervösen Ton, als würden die Figuren sich selbst beim Sprechen zuhören.

Kunst+Film-Redaktion

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ALLEGRO PASTELL | TRAILER