Dagegen erscheint die Ausgangslage von "Eine Stürmische Affäre" eher trivial: Eine schöne Italienerin macht spätabends in einer Bar einen verheirateten Mann an und landet beim zweiten Treffen mit ihm im Bett.
Doch der Film von Ludovica Rampoldi ist weit mehr als eine Seitensprung-Chronik: Erst wirkt er wie ein Stalker-Psychodrama, dann nimmt er eine überraschende Wendung.
Zur emotionalen Spannung bis zum Schluss tragen die sehr nuanciert agierenden Hauptdarsteller bei.
(Kinostart: 2.7.) Mit der schönen Unbekannten ins Stundenhotel: Zwei eigentlich Liierte fangen miteinander eine Affäre an.
Wobei sie bald als Stalkerin erscheint – zu Unrecht, wie Regisseurin Ludovica Rampoldi am Ende enthüllt; in einem raffiniert konstruierten Psychodrama für starke Frauen.
Was für ein Zufall:
Als sich Rocco (Adriano Giannini) nach seinem wöchentlichen Schachbox-Training – eine skurrile Randsportart, bei der man abwechselnd Schach spielt und boxt – noch einen Drink in einer Bar genehmigt, spricht ihn eine schöne Unbekannte an.
Lea (Pilar Fogliati) lässt sich offenbar von seiner offenen Wunde im Gesicht nicht abschrecken, hat aber schon drei Gin Tonic intus und findet daher ihren geparkten Wagen nicht mehr – sagt sie.
Rocco fährt sie nach Hause und bekommt zum Abschied einen feurigen Kuss, geht aber grußlos.
Doch Lea lässt sich nicht abschütteln
Am nächsten Tag kreuzt sie vor dem Bürogebäude auf, in dem Rocco als Seismologe arbeitet. Gegenüber befindet sich ein charmant altmodisches Stundenhotel – und prompt finden sich beide auf einem Zimmer wieder.
Ein geteilter Wodka, und schon liegen sie sich in den Armen. Bei diesem ersten Mal wird es nicht bleiben.
Entfremdung + Eifersucht
Obwohl beide gebunden sind: Rocco ist seit 19 Jahren mit der Psychotherapeutin Cecilia (Valeria Golino) verheiratet.
Ein eingespieltes Paar, doch jeder geht seiner Wege, wenn sie nicht gerade gemeinsam Freunde bewirten.
Die Teilzeit-Journalistin Lea ist mit dem TV-Serienschauspieler Andrea (Andrea Carpenzano) liiert, mit dem sie ein kleines Kind hat.
Oberflächlich scheint Harmonie zu herrschen, doch Lea wird von Eifersucht geplagt: Geht ihr Partner etwa mit einer Kollegin ins Bett, mit der er Liebesszenen so überzeugend spielt?
Therapie bei gehörnter Ehefrau
Was Rocco, der sich in seiner Affäre Ugo nennt, und Lea, die dafür den Decknamen Alba wählt, voneinander wollen, wird rasch deutlich.
Er sucht Momente der Leidenschaft, die er in seiner Ehe seit langem vermissen muss. Sie will Rache für die vermeintliche Untreue ihres Partners und sich erotisch schadlos halten.
Doch so klar bleibt die Sache nicht. Nicht nur, weil beide bald zarte Gefühle füreinander entwickeln; sondern auch, weil Lea ein ziemlich übergriffiges Verhalten an den Tag legt.
Kunst+Film-Redaktion
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Rocco (Adriano Giannini) und Lea (Pilar Fogliati) lernen sich in einer Bar kennen . Foto: @ Busch Media Group
Rocco (Adriano Giannini) und Lea (Pilar Fogliati) beginnen zaghaft eine Affäre, die sie immer wieder in ein Stundenhotel führt. Foto: @ Busch Media Group
Aus der Affäre zwischen Rocco (Adriano Giannini) und Lea (Pilar Fogliati) beginnt nach und nach, eine intensivere Beziehung zu werden. Foto: @ Busch Media Group



