Auch der chinesische Regisseur Bi Gan hat seinen Film "Resurrection" im Zwischenreich von Traum und Realität angesiedelt. Jedoch mit völlig anderem Ergebnis:
Seine Episoden aus der chinesischen Geschichte ähneln den fiebrigen Halluzinationen eines Opiumrauchers.
Extrem fantasievoll und opulent inszeniert, ist das Ergebnis faszinierend eindrucksvoll - und zurecht mit dem Spezialpreis der Jury in Cannes prämiert. Doch die verrätselten Handlungsstränge dürften das hiesige Publikum etwas überfordern.
(Kinostart: 25.6.) Reise ans Ende der Vorstellungskraft: Der chinesische Regisseur Bi Gan entfesselt einen faszinierenden Bilderbogen, der einen Träumer beim Eintauchen in Chinas Geschichte im 20. Jahrhundert begleitet.
Doch diese Traumlogik entzieht sich rationalem Verständnis und lässt ratlos zurück.
Mit seinem epischen Drama „Resurrection“ will der chinesische Regisseur Bi Gan den Imaginationsraum des Kinos selbst ausloten. Eventuell noch mehr:
Der Filmtitel, der sich mit „Wiederbelebung“ oder „Auferstehung“ übersetzen lässt, könnte auf seine Absicht hindeuten, das Medium Film an sich wiederbeleben zu wollen.
Dazu schickt der Regisseur das Publikum auf eine zweieinhalbstündige, fantastische Reise durch markante Stationen der Filmgeschichte.
Sechs Episoden sind zugleich verflochten mit verschiedenen Epochen der chinesischen Geschichte und inszenieren die Sinneswahrnehmungen.
Nach buddhistischer Art:
Dabei wird neben Sehen, Hören, Schmecken, Riechen und Ertasten auch das Verstehen als Sinneswahrnehmung verstanden.
Im Original „Wilde Zeiten“ betitelt
Viel intellektueller Überbau also für einen cineastischen Parforceritt. In der Tat ist „Resurrection“ durchgängig optisch überwältigend, hat aber auch erzählerische Schwachpunkte – und bleibt in seiner Gesamtheit so rätselhaft wie der bedeutungsschwangere Titel.
Der chinesische Originaltitel, der übersetzt „Wilde Zeiten“ bedeutet, beschreibt den Charakter des Films möglicherweise stimmiger.
Kunst+Film-Redaktion
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