Gesellschaft Freunde der Künste
Gewalt und Repression

Literaturprofessorin widersetzt sich dem Mullah-Regime, in " Lolita lesen in Teheran"

Vergleichsweise vertraut sind Gewalt und Repression in "Lolita lesen in Teheran": Als eine Uni-Dozentin nach der islamischen Revolution 1979 im Iran nicht länger westliche Literatur im Seminar behandeln darf, macht sie heimlich in ihrer Wohnung weiter.

Den Bestseller-Roman von Azar Nafisi verfilmt der israelische Regisseur Eran Riklis etwas pathetisch als Ode auf die befreiende Kraft guter Lektüre - in der Hauptrolle glänzt Golshifteh Farahani.

(Kinostart: 20.11.) Nabokov vs. Khomeini:

Nach der iranischen Revolution 1979 widersetzt sich eine Literaturprofessorin dem Mullah-Regime – und muss abermals das Land verlassen.

In seiner Bestseller-Adaption zelebriert der israelische Regisseur Eran Riklis geradezu weihevoll die befreiende Wirkung von Lektüre.

1979 im Iran: Nachdem die islamische Revolution das Shah-Regime beseitigt hat, kehren Exil-Iraner von überall auf der Welt in ihre Heimat zurück.

Unter ihnen sind auch die Literaturprofessorin Azar Nafisi (Golshifteh Farahani) und ihr Mann Bijan (Arash Marandi) aus den USA.

Beide wollen beim Neuanfang mit anpacken, doch schon bei der Einreise zeigt sich, dass ihre liberalen Ansichten kaum mit denen der neuen religiösen Machthaber übereinstimmen.

Dennoch beginnt Nafisi ihr Literaturseminar an der Teheraner Universität in der Hoffnung, dass sich mit der Zeit alles finden werde.

Durch die Kraft der Bücher möchte sie ihre Studierenden stärken:

Die Literatur soll ihnen helfen, das Leben in seiner ganzen Widersprüchlichkeit zu entdecken und anzunehmen. Doch schon während der ersten Sitzungen lehnt eine Mehrheit der männlichen Studenten ihr Lektüreangebot ab.

„Der große Gatsby“ vor Gericht

Darum wird dem Roman „Der große Gatsby“ (1925) von Scott F. Fitzgerald in einer gemeinsamen Inszenierung der Prozess gemacht.

Studenten und die Professorin halten Plädoyers für und wider seine moralische Gefährlichkeit – immerhin kann der Text so verstanden werden, als würde darin Ehebruch und Geldgier verherrlicht.

Bald aber zieht das neue Regime die Zügel an. An die Stelle von spielerischen Verhandlungen treten nun brutale Überfälle der Sittenpolizei auf die Universität; es kommt zu Verhaftungen, Folter und Todesurteilen.

Kunst+Film-Redaktion

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Lolita lesen in Teheran / Trailer OmU HD / Jetzt im Kino