Gesellschaft Freunde der Künste
Ein verborgenes Leben

Krise im Doppelleben der lesbischen Protagonistin, in "Mit leiser Stimme"

Ernster geht es in "Mit leiser Stimme" zu. Eine junge Tunesierin, die in Paris lebt, kommt zur Beerdigung ihres Onkels zurück in ihr Elternhaus - und muss ihre lesbische Beziehung kaschieren.

Damit nicht genug: Sie findet heraus, dass ihr Onkel schwul war.

Regisseurin Leyla Bouzid inszeniert diesen nach eigenen Angaben ersten Spielfilm über weibliche Homosexualität in der arabischen Welt als vielschichtiges Familiendrama der diskreten Gesten und Andeutungen.

(Kinostart: 9.7.) Ein verborgenes Leben: Eine Beerdigung löst im Familiendrama der tunesischen Regisseurin Leyla Bouzid eine Krise im Doppelleben der lesbischen Protagonistin aus. Das Tabuthema Homosexualität ist aber nur eine Facette eines gelungenen Gesellschaftsporträts.

Hochzeiten und Beerdigungen sind oft die einzigen Gelegenheiten, an denen auch weit entfernt lebende Verwandte an einem Ort zusammenkommen.

Selbst wenn alle aus Rücksicht versuchen, sich von ihrer besten Seite zu zeigen, geht das selten gut. Diese Konstellation ist im Kino sehr beliebt, da sich viele unterschiedliche Menschen auf engstem Raum befinden.

Oft dient die Familienfeier als Katalysator für den Ausbruch lange unterdrückter Gefühle oder Animositäten.

So auch in Leyla Bouzids Drama „Mit leiser Stimme“: Eine Beerdigung ist der traurige Anlass für die Rückkehr von Lilia (Eya Bouteraa) in das schöne, alte Haus ihrer Großmutter (Salma Baccar) im tunesischen Sousse.

Die junge Frau lebt schon lange in Paris und arbeitet erfolgreich als Ingenieurin. Sie ist gekommen, um ihrem Lieblingsonkel Daly (Karim Rmadi) die letzte Ehre zu erweisen.

Von Lilias Partnerin Alice (Marion Barbeau), die sie nach Sousse begleitet hat, darf die Familie aber nichts wissen.

„Mitbewohnerin“ bleibt im Hotel

Sie wird offiziell als ihre Mitbewohnerin vorgestellt, denn in Tunesien wird Homosexualität immer noch mit Gefängnishaft bestraft. Zugleich wäre Lilia die Ächtung ihrer gutbürgerlichen Familie garantiert.

Alice bleibt deswegen in einem der zahlreichen Touristenhotels, während Lilia gemeinsam mit ihrer Tante und ihrer Mutter die Beerdigung von Daly organisiert.

Dessen mysteriöser Tod auf offener Straße interessiert indes die Polizei und weckt auch Lilias Neugier. Sie beginnt, selber nachzuforschen – und findet heraus, dass ihr Onkel schwul war.

Kunst+Film-Redaktion

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Kinotrailer "Mit leiser Stimme" - Kinostart 9. Juli 2026