Zeitgenössisch und zugleich zeitlos ist "Der Kuss des Grashüpfers". Ein Schriftsteller kann den bevorstehenden Tod seines Vaters nicht verwinden und zeigt zusehends seltsames Verhalten - etwa beim titelgebenden Bussi mit einem Riesen-Insekt.
Regisseur Elmar Imanov legt den Film als meditatives Vexierspiel an, dessen Melancholie nicht ohne Humor daherkommt.
(Kinostart: 21.8.) Im Labyrinth der Trauer: Mit sanfter Melancholie, experimentellem Pop-Soundtrack und einer Prise magischem Realismus verarbeitet Regisseur Elmar Imanov in dem Psycho-Drama den Tod des eigenen Vaters.
Es lohnt, sich auf den mäandernden Sog dieses Psychogramms einzulassen.
Zu Beginn des Films geht Bernard (Lenn Kudrjawizki) durch einen grauen Bahnhof und steigt in eine U-Bahn. Langsam schreitet er durch das mit kühlem Blau ausgeleuchtete Abteil und studiert die anderen Fahrgäste.
Sie starren auf ihre Handys, den Boden oder ins Leere. Spannung liegt in der Luft, als würde gleich etwas passieren. Bernard wirkt, als sei er voller Abscheu und Herablassung.
Dann blickt er ins Leere, und die Großaufnahme seines Gesichts zeigt: nein, Bernard ist nicht wütend, er ist einfach nur traurig. Trauer in all ihren Facetten steht im Mittelpunkt von „Der Kuss des Grashüpfers“, des zweiten Spielfilms des Regisseurs Elmar Imanov.
Er inszeniert darin eine so komplexe wie einfache Geschichte.
Schweigen im Angesicht des Todes
Nachdem seinem Vater Carlos (Michael Hanemann) eine schwere unheilbare Krankheit diagnostiziert wurde, gerät Bernards Leben aus den Fugen. Der Schriftsteller zieht sich zunehmend zurück.
Er hadert damit, dass es ihm nicht gelingt, mehr Details aus dem Leben seines Vaters zu erfahren. Nun, angesichts dessen bevorstehenden Todes, wird die Zeit knapp.
Kunst+Film-Redaktion
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Besonders in der U-Bahn werden sie sich ihrer Gefühle gewahr: Agata (Sophie Mousel) und Bernard (Lenn Kudrjawizki ).Foto: Neue Visionen Filmverleih
Der trauernde Bernard (Lenn Kudrjawizki ) in einem seiner ALpträume. Foto: Neue Visionen Filmverleih



