Das Langfilmdebüt von Alina Cyranek verwebt vier persönliche Geschichten betroffener Frauen zu einer gemeinsamen Stimme – gesprochen von Sandra Hüller – und macht partnerschaftliche Gewalt auf eindringliche Weise sichtbar.
Durch Tanz und Animation entsteht ein Raum, der das Unsagbare erfahrbar macht.
Mit einer Kinotour im Januar und dem bundesweiten Kinostart zum Valentinstagswochenende am 12.02. möchte FASSADEN auf Mechanismen und strukturelle Dimensionen partnerschaftlicher Gewalt gegen Frauen aufmerksam machen.
Das Thema wird durch den "Internationalen Tag zur Beseitigung von Gewalt gegen Frauen" bereits am 25. November in das Bewusstsein der Öffentlichkeit gerückt.
Beim Filmkunstfest MV erhielt FASSADEN die Auszeichnung als Bester Dokumentarfilm:
"Der Blick hinter die Fassaden entsteht gedanklich vor unserem inneren Auge, und zeichnet ein differenziertes Bild häuslicher Gewalt.
Der Film wird zum Aufschrei, den unsere Gesellschaft und Politik bisher nicht wagt. Er bricht das Schweigen für all diejenigen, die es selbst nicht können." - Jurybegründung Filmkunstfest MV
Häusliche Gewalt gegen Frauen: Die Zahlen sind eindeutig, das Leid kaum auszuhalten; und dennoch bleibt die Gewalt und vor allem die davon Betroffenen oft unsichtbar.
Was Frauen in toxischen Beziehungen erleben, welche Auswirkungen die Gewalt auf ihr Leben hat und wie sie einen Ausweg und Hilfe finden, dies macht Alina Cyranek in ihrem Dokumentarfilm FASSADEN sichtbar.
In FASSADEN erzählt Sandra Hüller die Geschichte einer Frau, die aus einer langjährigen gewalttätigen Beziehung ausbricht, sowie von einem politischen und gesellschaftlichen System, das lieber wegschaut.
Der Film zeigt, welche Machtstrukturen hinter den Fassaden stecken und wie der Staat Frauen unzulänglich schützt.
Die Erzählung wurde aus vier realen Erfahrungsberichten zu einer Geschichte verdichtet, um die Anonymität der Frauen zu wahren. Alle Ereignisse haben sich tatsächlich so zugetragen, nichts ist erfunden.
Ein Tanzpaar erschafft in einer Blackbox Bilder einer Beziehung, hochästhetisch, physisch, poetisch und lässt somit Raum für Vielschichtigkeit und Komplexität solch einer Beziehung.
Die Manipulation der Frau wird mittels Animation zunehmend sichtbar gemacht, indem einzelne Frames auf Papier ausgedruckt, bearbeitet und wieder in den Realfilm eingefügt werden.
Den klassisch dokumentarischen Rahmen bilden Experteninterviews, die klar und sachlich die Machtverhältnisse und Beziehungsstrukturen einordnen.
FASSADEN ist kein einfach konsumierbarer Film, sondern eine Herausforderung für die Zuschauenden.
Häusliche Gewalt und die damit verbundenen Statistiken sind brutal, erschütternd, physisch. FASSADEN spiegelt all das in seiner Form wider, ist radikal und eigensinnig.


Rechtsanwältin Christina Clemm in FASSADEN | © hugfilms, rotzfrech cinema



