Gesellschaft Freunde der Künste
Es gibt Bücher, die alles verändern

Lagerkampf im Familienkreis über Ideologie und Machtmissbrauch, in "The Change"

Etwas ähnliches schwebte wohl dem polnischen Regisseur Jan Komasa bei seinem ersten US-Film vor: "The Change" projiziert den politischen Lagerkampf in den Vereinigten Staaten auf eine einzelne Familie.

Das geht gründlich schief: Alles bleibt bloße Behauptung, nichts ist motiviert - und dass die Protagonistin einen Bestseller geschrieben haben soll, der sich zehn Millionen Mal verkauft hat, glauben wohl nur Analphabeten.

(Kinostart: 6.11.) Lagerkampf im Familienkreis: Im ersten US-Film des polnischen Regisseurs Jan Komasa rächt sich die Autorin eines neo-autoritären Bestsellers bei Verwandten ihres Mannes.

Gedacht als Studie über Ideologie und Machtmissbrauch, fehlt es dem Drama völlig an Tiefe, Spannung und Raffinesse.

Es gibt Bücher, die alles verändern – solch eine durchschlagende Wirkung hat auch „The Change“. Zwar erfährt der Zuschauer nichts Konkretes über seinen Inhalt, doch das Sachbuch der jungen Autorin Elizabeth Nettles, genannt Liz (Phoebe Dynevor), ist offenbar so brisant, dass es sich allein in den USA 10 Millionen Mal verkauft hat.

Was macht diesen Band zum Mega-Bestseller? Die Antwort gibt der gleichnamige Film von Jan Komasa recht umständlich und scheibchenweise.

Die Handlung setzt zwei Jahre vorher ein: bei der Silberhochzeit von Ellen (Diane Lane) und Paul Taylor (Kyle Chandler). Das liberale Paar aus der oberen Mittelschicht genießt ein gutes Leben:

Er betreibt ein schickes Restaurant, sie arbeitet als Professorin an der Georgetown University in Washington. Ihre Jubiläumsfeier richten die Eheleute im eigenen Garten aus. Neben Freunden und Bekannten sind auch ihre vier Kinder gekommen.

Rechte Schrift für die Massen

In der ausgelassenen Stimmung erkennt Ellen die junge Frau an der Seite ihres einzigen Sohnes Josh (Dylan O’Brien) zunächst nicht wieder. Erst gegen Abend dämmert es ihr:

Joshs adrette Begleiterin ist ihre ehemalige Studentin Liz Nettles. Deren antidemokratische Theorien hat Ellen bereits bei der Promotion stark kritisiert.

Nun schenkt Liz der alarmierten Gastgeberin ein Exemplar ihres frisch gedruckten Buches „The Change“: Darin hat sie ihre Weltanschauung für ein Massenpublikum aufbereitet.

Rache-Thriller mit politischer Dimension

Vergeblich versucht die besorgte Ellen, ihren Sohn vor Liz zu warnen; selbst Gatte Paul findet die Reaktion seiner Frau übertrieben. Ihren drei Töchtern dagegen ist Liz‘ Auftreten ebenfalls suspekt.

„Sie blinzelt nicht“, stellt Cynthia fest. Anna, der kreative Freigeist der Taylors, legt es darauf an, die seltsam zugeknöpft wirkende junge Frau mit spitzen Bemerkungen aus der Reserve zu locken.

Später werden deren Anhänger ihr das bitter heimzahlen.

Kunst+Film-Redaktion

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THE CHANGE | Offizieller Trailer | Jetzt im Kino