So ein Erbe kann man kaum ausschlagen: Vier heutigen Franzosen hat ihre Vorfahrin, die 1895 nach Paris kam, ein Haus in der Provinz hinterlassen - als sie es besuchen, tritt allerlei über ihre Vergangenheit zutage.
In "Die Farben der Zeit" wechselt Regisseur Cédric Klapisch virtuos zwischen den beiden Zeitebenen. Nebenbei handelt er diverse aktuelle Themen ab; etwa einen Vergleich von klassischen Künsten mit den visuellen Medien der Gegenwart.
(Kinostart: 14.8.) Schöne neue Vergangenheit: Mit einem alten Haus und einem geheimnisvollen Erbe beginnt eine poetische Zeitreise von Paris 1895 in die französische Provinz heute. Regisseur Cedric Klapisch spielt kunstvoll mit den zwei Erzählebenen, neigt aber auch zu Harmonieseligkeit.
„Heutzutage geht alles zu schnell“, beklagt sich der Kutscher, der Adèle (Suzanne Lindon) zum Dampfschiff nach Paris bringt. „Ihr jungen Leuten nehmt euch keine Zeit zum Leben“, lautet sein Vorwurf.
Früher hätte man sich noch unterhalten, einfach so, um Höflichkeiten auszutauschen. Adèle nickt verständnisvoll – und schweigt.
Im Jahr 1895 ist die junge Frau auf dem Weg von der Normandie in die Hauptstadt, um ihre Mutter zu treffen.
Aufgewachsen ist Adèle bei ihrer Großmutter auf dem Land. Doch nach deren Tod fühlt sie sich allein in der Provinz und sucht nach dem letzten Rest von Familie, der ihr noch bleibt.
30 Erben und ein Haus
In der Gegenwart müssen sich auch Seb (Abraham Wapler), Celine (Julia Piaton), Abdel (Zinedine Soualem) und Guy (Vincent Macaigne) mit ihrer Herkunft auseinandersetzen.
Sie sind Adèles Urenkel und Teil einer komplexen Erbengemeinschaft aus mehr als 30 Nachkommen.
Von dieser wurden sie damit betraut, gemeinsam über das Haus von Adèle zu entscheiden.
Die Ortverwaltung plant einen neuen Supermarkt für die Region; dem steht nur das längst verlassene Gebäude noch im Weg.
Kunst+Film-Redaktion
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Guy (Vincent Macaigne), Abdel (Zinedine Soualem), Seb (Abraham Wapler) und Céline (Julia Piaton, v.l.n.r.) finden alte Briefe im Haus von Adèle. Foto: © Studiocanal
Mutter Odette (Sara Giraudeau, r.) und Tochter Adèle (Suzanne Lindon) versöhnen sich. Foto: © Studiocanal
Adèle (Suzanne Lindon) sucht in Paris nach ihrer entfremdeten Mutter. Foto: © Studiocanal



