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Ein gemischtes Vergnügen - ein Familienepos im Mosaik-Modus, in "In die Sonne schauen"

So viel Vorschusslorbeeren war selten: "In die Sonne schauen" gewann beim Festival in Cannes den Preis der Jury - als erster deutscher Film seit 1959.

Kein Wunder, dass sich das Feuilleton vor Begeisterung überschlägt.

Doch der zweite Spielfilm von Regisseurin Mascha Schilinski ist ein gemischtes Vergnügen: einerseits überaus einfallsreich inszeniert und toll gefilmt, andererseits inhaltlich fragwürdig - er soll eine esoterisch raunende Theorie der Trauma-Weitergabe zwischen den Generationen bebildern.

(Kinostart: 28.8.) Vier gewinnt: ein Vierseithof, vier Epochen und vier weibliche Hauptfiguren.

Daraus macht Regisseurin Mascha Schilinski ein Familienepos im Mosaik-Modus – faszinierend einfallsreich gefilmt und mit Klängen unterlegt, aber ohne Sinnzusammenhang außer magischer Trauma-Weitergabe.

Ein Ort im Lauf von 100 Jahren. Ein Vierseithof ist eine in sich geschlossene Welt; seine Gemäuer schirmen gegen Unbill und Schrecken von draußen ab.

Innerhalb verändert sich mit dem Fluss der Zeit alles: die Bewohner und ihre Beziehungen, ihre Kleider und Speisen, ihre Aufgaben und Vergnügungen.

Doch insgeheim bleibt vieles gleich, weil es von einer Generation an die nächste weitergegeben wird: Träume und Ängste, Freuden und Verluste. Das ist das Thema und die These des Films von Mascha Schilinski.

Die Regisseurin schneidet aus dem vergangenen Jahrhundert vier Epochen heraus: die 1910er, die 1940er, die 1980er Jahre und die Gegenwart.

Jede dieser Tranchen hat eine weibliche Protagonistin, aus deren Perspektive das Publikum ihre Umwelt wahrnimmt.

Daneben gibt es noch zahlreiche weitere Figuren, die mitmischen, so dass der Zuschauer bald den Überblick verliert – bäuerliche Großfamilien zählen eben viele Köpfe.

Zumal der Film umstandslos zwischen den Zeitebenen hin und her springt, als sei nichts leichter als das.

Neue Ansichten einer engen Welt

Wie Regisseurin Schilinski und ihr Kameramann Fabian Gamper das inszenieren, ist ganz famos. Wie sie für diese enge Welt aus guten Stuben und dunklen Gängen, Scheunen, Hof und flachem Ackerland – gedreht wurde in der Altmark – ständig neue und überraschende Ansichten finden, lässt unentwegt staunen.

Kunst+Film-Redaktion

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Kinotrailer "In die Sonne schauen" - Kinostart 28. August 2025