Gesellschaft Freunde der Künste
Inspiriert von der eigenen Familiengeschichte

Die Polit-Parabel von Regisseur László Nemes, in "Andor Hirsch" - Eine Gesellschaft in Agonie

Zwei Jahrzehnte später wagten die Ungarn den Aufstand gegen ein stalinistisches Regime und seine sowjetischen Paten; er scheiterte. Im Folgejahr spielt "Andor Hirsch":

Ein zwölfjähriger Junge wächst ohne Vater auf, bis ein vierschrötiger Kerl auftaucht und behauptet, sein Erzeuger zu sein.

Die Polit-Parabel von Regisseur László Nemes fängt die repressive Atmosphäre stimmig ein, fällt aber zu schwerfällig aus. 

(Kinostart:14.5.) Eine Gesellschaft in Agonie: Regisseur László Nemes folgt seinem jungen Helden 1957 durch Budapest – ein Jahr nach dem gescheiterten antisowjetischen Volksaufstand.

Inspiriert von der eigenen Familiengeschichte, wirkt seine radikal subjektive Erzählweise jedoch nur teilweise überzeugend.

Der ungarische Regisseur László Nemes versucht in seinen Filmen, die Wirren des 20. Jahrhunderts persönlich erlebbar zu machen.

In seinem Spielfilm-Debüt „Son Of Saul“ (2025) folgte die Kamera einem Häftling in Auschwitz, der in den Gaskammern Zwangsarbeit leistet und so sein eigenes Überleben sichert.

Sein zweiter Film „Sunset“ (2018) führte nach Budapest in eine von Misstrauen und Paranoia vergiftete Gesellschaft vor Ausbruch des Ersten Weltkriegs.

Der ungarischen Hauptstadt bleibt er in seinem dritten Spielfilm treu; zeitlich springt er gut 40 Jahre vorwärts ins Jahr 1957.

Der gescheiterte ungarische Volksaufstand gegen das kommunistische Regime im Herbst 1956 liegt erst ein paar Monate zurück. In der Welt des zwölfjährigen Andor Hirsch (Bojtorján Barabas) sind jedoch andere Dinge wichtig.

Der jüdische Junge hat das Kriegsende in einem Waisenhaus verbracht; seit neun Jahren lebt er wieder bei seiner jungen Mutter Klara (Andrea Waskovics).

Angeblicher Erzeuger taucht auf

Klara arbeitet in einem Lebensmittelladen. Wenn Andor ihr dabei zur Hand geht, erzählt sie ihm gern phantasievolle, idealisierende Geschichten über seinen verschollenen Vater.

Ein herber Kontrast zu dem vierschrötigen Mann, der eines Tages auftaucht und behauptet, Andors wahrer Erzeuger zu sein.

Der Junge sieht nun alle seine Gewissheiten auf den Kopf gestellt: Mit diesem brutalen Fleischer vom Dorf namens Berend (Grégory Gadebois) will er nichts gemein haben.

Kunst+Film-Redaktion

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ANDOR HIRSCH | Offizieller Trailer DE | Ab 14. Mai im Kino