Eine Herkulesaufgabe - all seine zwölf Heldentaten sind in Dresden zu besichtigen. Seit der Antike war der muskelbepackte Halbgott eine sehr beliebte Gestalt; vor allem Herrscher zitierten ihn gern als Vorbild herbei.
Welchen Niederschlag seine Kraftmeierei in den Künsten fand, wird im Zwinger in der Schau "Herkules – Held und Antiheld" vorgeführt – allerdings ohne eingehende kunsthistorische Analyse.
Karriere eines Kraftprotzes: Seit der Antike war der Halbgott Herkules trotz seiner vielen Schwächen und Fehler eine der beliebtesten mythologischen Gestalten – Herrscher verglichen sich gern mit ihm.
Im Zwinger wird sein Bild in der Kunstgeschichte anschaulich nachgezeichnet, aber ohne Stilkunde.
Herkules pinkelt. Herkules spannt den Bogen. Herkules packt den Erymanthischen Eber am Schwanz. Und Herkules macht mal Pause, stützt sich ermattet auf seine Keule und steht einfach nur da.
Immer aber lässt er seine enormen Muskelpakete sehen: selbst im Entspannungsmodus durchtrainiert wie kein zweiter Held der Antike.
Dass sein athletischer Körper großen Schauwert hat, trug zweifellos zu seiner Beliebtheit in den bildenden Künste bei.
Vor allem aber sahen Herrscher in ihm ein perfektes Rollenmodell, um ihre eigene Macht und Tatkraft mythologisch zu überhöhen.
Wenn die Dresdener Kunstsammlungen den bekannten Keulenschwinger in einer Themenschau würdigen, machen sie damit aber vor allem eins: Sie lassen die eigenen Muskeln spielen.
Das Gros der 134 Objekte stammt aus eigenen Beständen. Nur um die Beziehungen des Heros zum weiblichen Geschlecht zu veranschaulichen, mussten Leihgaben aus dem Prado, dem Vatikan und der Alten Pinakothek her.
Ähnlich wie Dionysos-Schau
Die Präsentation im Winckelmann-Forum des Zwingers gibt sich klassisch mit antikisierenden Wandpfeilern. Man bekommt eine unterhaltsam aufbereitete Nachhilfestunde in antiker Mythologie geboten.
Nicht mehr, aber auch nicht weniger. Da wäre mehr drin gewesen: Stilistische und kunsthistorische Fragen bleiben außen vor.
Wie sich das Bild von Herkules im Lauf der Zeit wandelte, muss man sich selbst zusammenreimen, wie schon 2014 in der ähnlich gestrickten Ausstellung über den Weingott Dionysos.
Feature zur Ausstellung. © Staatliche Kunstsammlungen Dresden
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Lucas Cranach d. J., "Der erwachte Herkules vertreibt die Pygmäen" (historischer Titel), 1551. © Gemäldegalerie Alte Meister, Staatliche Kunstsammlungen Dresden; Foto: Elke Estel/ Hans-Peter Klut
Peter Paul Rubens, Der trunkene Herkules, von einem Satyr-Paar geführt, um 1613/14. © Gemäldegalerie Alte Meister, Staatliche Kunstsammlungen Dresden; Foto: Hans-Peter Klut
Unbekannter Künstler: Herakles Farnese, letztes Drittel 17. Jh.. © Skulpturensammlung, Staatliche Kunstsammlungen Dresden, Foto: Hans-Peter Klut / Elke Estel



