Dagegen erlebten die kubistische Malerin Marthe Donas und der Bildhauer Alexander Archipenko in Nizza drei glückliche Jahre:
Von 1917 bis 1920 waren beide künstlerisch und privat ein Paar.
Wobei sie sich gegenseitig stark inspirierten: Beider Werke aus dieser Zeit sind sehr innovativ und originell. Das präsentiert das Saarlandmuseum - Moderne Galerie anschaulich in der Ausstellung "Marthe Donas & Alexander Archipenko – Power-Paar der Avantgarde".
Drei Jahre, in denen sie die Kunstwelt veränderten: Als Kurzzeit-Paar waren die Malerin Marthe Donas und der Bildhauer Alexander Archipenko sehr kreativ.
Wie sie 1917 bis 1920 den Kubismus um faszinierende Varianten bereicherten, zeigt das Saarlandmuseum – Moderne Galerie mit einer beeindruckenden Werkauswahl.
Das Auffälligste und Abwegigste an dieser Ausstellung ist ihr Untertitel: „Power-Paar der Avantgarde“ – das klingt nach Fitnessstudio-Training in Funktionskleidung und danach Protein-Shakes.
Solche Assoziationen sollen wohl ein heutiges Publikum ansprechen; an der Lebens- und Arbeitsbeziehung der beiden Künstler gehen sie völlig vorbei.
Ähnlich irreführend war allerdings auch der Untertitel für die erste Station der Schau in Antwerpen: „Verzaubernder Modernismus“. Die Moderne ist alles Mögliche, aber gewiss keine esoterische Hexerei.
Marthe Donas und Alexander Archipenko waren gut drei Jahre lang ein Paar, sowohl beruflich als auch privat: vom Frühjahr 1917 bis Sommer oder Herbst 1920; wann genau ihr Verhältnis endete, ist unbekannt.
Doch es war in diesen drei Jahren für beide sehr inspirierend und befruchtend; vor allem für Donas, die ihr künstlerisches Repertoire enorm erweiterte, aber auch für Archipenko.
Er schuf in diesem Zeitraum maßgebliche Arbeiten, die sein Werk für viele Jahre definieren sollten.
Drei Jahre unter der Lupe
Daher ist es eine glänzende Idee, diese drei Jahre gleichsam unter die Lupe zu nehmen.
Um im Vergleich durch Gegenüberstellung herauszufiltern, was beide zur Entwicklung avantgardistischer Formensprachen in diesem Zeitraum beigetragen haben.
Nach einer kurzen Einführung in ihren bisherigen Werdegang konzentriert sich die Ausstellung mit 120 Exponaten – zur Hälfte Leihgaben – auf die gemeinsamen Jahre 1917 bis 1920, um mit einem kleinen Ausblick auf ihre weitere Biographie auszuklingen.
Kunst+Film-Redaktion
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Alexander Archipenko: Im Boudoir (Vor dem Spiegel), 1915, Öl, Gouache, Graphit, Fotografie, Metall und Holz auf Holzplatte, 45,7 x 30,5 cm, Philadelphia Museum of Art. © Estate of Alexander Archipenko / VG Bild-Kunst, Bonn 2026
Amedeo Modigliani: Sitzender Akt, 1917, Öl auf Leinwand, 116 x 73 cm, Königliches Museum für Schöne Künste Antwerpen – Flämische
Alexander Archipenko: Ohne Titel, 1916-1917, Gips, gefasst, 44 x 17 x 16 cm, Museum Folkwang, Essen. © Estate of Alexander Archipenko / VG Bild-Kunst, Bonn 2026



