Bildnis des Literatur-Nobelpreisträgers als junger Mann: Regisseur James Mangold blickt auf die Anfänge von Bob Dylans Karriere.
Das liebevoll ausgestattete und inszenierte Biopic bietet den perfekten Rahmen für Timothée Chalamet in der Hauptrolle – dem Nebenfiguren die Schau stehlen.
Bob Dylan bigger than life: Wohl keinem anderen Musiker wurden schon zu Lebzeiten so viele Filme gewidmet. Oft versuchten die Filmemacher, ebenso rätselhaft mit intellektuellem Anspruch vorzugehen.
Ihre Werke gerieten entsprechend spröde und verkünstelt, etwa der Fan-Film „I’m Not There“ (2007) von Todd Haynes. Im Vergleich dazu wirkt das Biopic von Regisseur James Mangold grundsolide.
Sein Titel, der dem Dylan-Song „Like A Rolling Stone“ entnommen ist, kreist um eine Leerstelle. Als Dylan (Timothée Chalamet) 1961 in New York eintrifft, ist er tatsächlich noch ein unbeschriebenes Blatt:
A Complete Unknown. Kaum in der Stadt angekommen, verschafft sich er sich eine Audienz bei seinem Idol Woody Guthrie (Scoot McNairy). Der liegt wegen seiner Alkoholsucht im Krankenhaus und ist fast unfähig zu sprechen.
Erst Aufwartung, dann Abschied
Dylan bringt ihm auf seiner Gitarre mit dem berühmten Schriftzug „This Machine Kills Fascists“ ein Ständchen; damit beeindruckt er auch den ebenfalls anwesenden Pete Seeger (Edward Norton). Guthrie und Seeger sind Zentralgestalten in der alten Garde der US-Folk-Musik; ihnen macht Dylan klug seine Aufwartung, um sie später hinter sich zu lassen.
Bruch beim „Newport Folk Festival“
In New York lernt er auch die bereits erfolgreiche Kollegin Joan Baez (Monica Barbaro) und die Künstlerin Sylvie Russo (Elle Fanning) kennen.
Beide sind seiner Karriere förderlich, zudem erweitert er mit ihnen seinen Erfahrungshorizont und gewinnt Vertrauen in seine Verführungskünste.
Auch sie werden später von ihm enttäuscht. Bis dahin schildert der Film ohne übertriebene Heroisierung den Werdegang eines jungen Künstlers, der in New York nicht zuletzt vom Interpreten zum Komponisten wurde.
Ihre Kunst+Film-Redaktion


Die semi-fiktive Sylvie Russo (Elle Fanning, l.) wurde der historischen Dylan-Freundin Suze Rotolo nachempfunden. Foto: © 2024 Searchlight Pictures All Rights Reserved.
Bob Dylan (Timothée Chalamet) und Pete Seeger (Edward Norton). Foto: © 2024 Searchlight Pictures All Rights Reserved.



