Gesellschaft Freunde der Künste
Das Leben vor 12.000 Jahren

Die ältesten Monumentalbauten der Welt - eine faszinierende Ausstellung in der James-Simon-Galerie

Voller Geheimnisse ist dagegen der Gegenstand der Ausstellung "Gebaute Gemeinschaft – Göbeklitepe, Taş Tepeler und das Leben vor 12.000 Jahren".

Hinter dem umständlichen Titel verbirgt sich die größte archäologische Sensation der letzten Jahrzehnte: Ab 1994 wurden in Südost-Anatolien die ältesten Großbauten der Welt ausgegraben.

Welche Erkenntnisse sie bieten und welche noch fehlen, wird in der Berliner James-Simon-Galerie hervorragend präsentiert.

Die ältesten Monumentalbauten der Welt:

In der Jungsteinzeit errichteten Bewohner von Südost-Anatolien unterirdisch die ersten Ritual-Gebäude. Welche Rückschlüsse sie auf die Anfänge der Menschheit erlauben, zeigt eine faszinierende Ausstellung in der James-Simon-Galerie – ohne Archäologen-Kauderwelsch.

Die ersten werden die letzten sein: Antike und orientalische Hochkulturen werden seit mehr als 150 Jahren systematisch und kompetent erforscht – das Wissen über sie ist detailliert und gesichert.

Anders sieht es bei den prähistorischen Kulturen der Jungsteinzeit und Bronzezeit aus: Da gelingt heutiger Archäologie, gestützt auf jüngste Forschungsmethoden, immer wieder spektakuläre Neu-Entdeckungen.

Wie im Fall eines unscheinbaren Hügels in Südostanatolien: Auf Türkisch heißt er „Göbekli Tepe“ („bauchiger Hügel“).

Auf Kurdisch wird er „Girê Mirazan” (“Hügel der Wünsche“) genannt, auf Armenisch „Portasar“ („Nabel-Berg“).

1963 identifizierte ihn ein US-Archäologe als steinzeitliche Fundstelle, doch dann geschah lange nichts.

Derweil wurde in den 1980er Jahren nicht weit entfernt die jungsteinzeitliche Siedlung Nevalı Çori freigelegt; daran arbeitete der deutsche Archäologe Klaus Schmidt (1953-2014) mit.

Hier fand man massive T-förmige Pfeiler aus Kalkstein.

Region voller Steinzeit-Stätten

Bei einem Besuch des Göbekli Tepe 1994 bemerkte Schmidt dort Bruchstücke von ähnlichen T-Pfeilern. Bald eingeleitete Ausgrabungen waren der Anfang einer märchenhaften Erfolgsgeschichte.

Es stellte sich heraus, dass die Pfeiler zu Gebäuden gehörten, die vor nahezu 12.000 Jahren angelegt worden waren – damit sind sie die ältesten bekannten Großbauten weltweit.

Göbekli Tepe ist auch kein Einzelfall

In der ganzen Region rund um die Provinzhauptstadt Şanlıurfa oder schlicht Urfa wurden weitere bedeutende Steinzeit-Stätten erschlossen, etwa Karahantepe und Sayburç, insgesamt ein Dutzend.

Kunst+Film-Redaktion

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