Gesellschaft Freunde der Künste
Bernd Schwarzer: Der Düsseldorfer Maler

Der Don Quijote des rheinischen Kunstbetriebs, in "Schwarzers Kosmos" im Kino

Ähnlich eigensinnig, aber real, ist die Lebensweise von Bernd Schwarzer: Der Düsseldorfer Maler hat es nie in die erste Liga des Kunstbetriebs geschafft, aber vier große Ateliers angemietet, die er mit halbfertigen Werken und Gerümpel zumüllt.

Nun droht ihm der Ruin, was Regisseur Klaus Mertens in seiner Doku "Schwarzers Kosmos" beobachtet - scheinbar empathisch, letztlich zynisch.

Don Quijote des rheinischen Kunstbetriebs: Der Düsseldorfer Maler Bernd Schwarzer ruiniert sich mit ausufernden Farbschlachten und enormem Flächenbedarf.

Dabei schaut ihm Regisseur Klaus Martens geduldig zu – seine Doku hat wenig Erkenntnis- oder Unterhaltungswert.

So stellt sich Klein Moritz wahrscheinlich ein künstlerisches Originalgenie vor: mit kugelrundem Glatzkopf auf gedrungener Gestalt. Mit unruhig flackerndem Blick, erratischer Mimik und wenig Affektkontrolle.

Dabei unablässig mit Fistelstimme von sich sprechend: was er alles kann und will, was er geleistet hat und noch erreichen wird, wen er so kennt und wie emsig er an seinem Nachruhm arbeitet.

Kein Zweifel: Bernd Schwarzer ist ein Unikum – in prekärer Lage.

Den Künstler belasten hohe Schulden. Nicht aufgrund eines verschwenderischen Lebensstils, im Gegenteil: Offenbar ist er persönlich ziemlich bedürfnislos.

Meist trägt er dasselbe blaue Jacket über demselben gelben Rüschenhemd – eine Kluft in den Farben der Europafahne. Sie bedeutet ihm so viel, dass sie dutzendfach in seinen Ateliers herumhängt.

Ateliers im Plural: Schwarzer hat vier davon in der Düsseldorfer Innenstadt angemietet. Gesamtfläche: rund 5000 Quadratmeter.

Pfade durch die Messie-Müllhalde

Benutzen lassen sie sich jedoch allenfalls eingeschränkt. Denn der Künstler ist ein zügelloser Messie:

Alle Ateliers sind vollgestopft mit bemalten Leinwänden, Kleinskulpturen, Mal-Utensilien und Gerümpel aller Art, so dass man sich nur auf schmalen Pfaden hindurchbewegen kann.

Genauso sieht seine Privatwohnung aus. Praktischerweise hat er an allen Orten Schlafgelegenheiten eingerichtet:

Matratzen auf dem Boden, darauf zerknüllte Laken und Müll wie beim Unterschlupf eines Obdachlosen. Schwarzer hat völlig recht, wenn er betont, er lebe ausschließlich für und in seiner Kunst.

Xi-Jinping-Bildnis statt Europa-Kunstwerk

Allerdings immer weniger von: Zwei Berater rechnen ihm vor, dass er durch Ateliermieten, diverse Assistenten und Anwälte monatliche Fixkosten in Höhe von 40.000 bis 50.000 Euro habe.

Die kann er kaum durch Verkäufe seiner Bilder erlösen – obwohl er sich längst von seinem Langzeit-Projekt „Europa Kunstwerk“ verabschiedet hat und kitschige Kundenwünsche bedient, etwa quietschbunte Porträts grusliger Politiker wie Wladimir Putin und Xi Jinping.

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SCHWARZERS KOSMOS - Offizieller Trailer