Gesellschaft Freunde der Künste
Der Exil-Pole Jan Bojarski

Der „Cézanne der Geldfälscher“ in "Der perfekte Schein – Der Fall Bojarski"

Digitalisierung macht so manchen kriminellen Spezialisten den Garaus; etwa Geldfälschern. Einer der besten aller Zeiten trieb im Frankreich der 1950/60er Jahre sein Unwesen.

Der Exil-Pole Jan Bojarski stellte in seiner Keller-Druckerei Blüten im Wert von umgerechnet fünf Millionen Euro her und brachte sie im Alleingang in Umlauf.

Wie ihm das gelang, zeichnet Regisseur Jean-Paul Salomé in "Der perfekte Schein - Der Fall Bojarski" nach: mit einem exzellent inszenierten und mitreißenden Krimi in französischer "Polar"-Tradition. In der Hauptrolle brilliert Reda Kateb als genialer Tüftler und glückloser Familienvater. 

Dem Ingenieur ist nichts zu schwör: Im Alleingang druckte ein Exil-Pole so viele Francs-Blüten, dass die Zentralbank das Bargeld austauschte. Den Lebenslauf des „Cézanne der Geldfälscher“ verwandelt Regisseur Jean-Paul Salomé in einen fesselnden Krimi in bester französischer „Polar“-Tradition.

Was hilft es, ein Genie zu sein, wenn niemand davon erfahren darf? Das war das Dilemma des Fälschers Ceslaw Jan Bojarski, der im Frankreich der 1950er und 1960er Jahre im Alleingang Tausende gefälschte Geldscheine in Umlauf brachte – im heutigen Wert von umgerechnet fünf Millionen Euro Natürlich durfte er das keinem verraten.

Erst als er es tat, wurde er geschnappt

Seine glänzende kriminelle Laufbahn würdigt der französische Regisseur Jean-Paul Salomé nun mit einem biografischen Spielfilm.

Der deutsche Verleihtitel erweist sich dabei als gelungener Wortwitz, denn die Geldscheine, die der polnische Exilant mit selbst gebauten Druckmaschinen herstellte, waren so perfekt, dass das Magazin „Paris Match“ ihn als den „Cézanne der Geldfälscher“ rühmte.

Diebesgut Druckpapier

Der Film beginnt mit einer Szene im Jahr 1951, die sich so wohl nie ereignet hat: In einem Wald überfällt eine maskierte Bande einen Banktransport.

Unter ihnen ist auch der polnische Einwanderer Ceslaw Jan Bojarski (Reda Kateb); er wartet auf dem Rücksitz, bis die Ganoven den Wagen aufgebrochen haben. Zielstrebig findet er, was er braucht: mit Wasserzeichen versehenes Druckpapier.

Kunst+Film-Redaktion

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Der perfekte Schein – Der Fall Bojarski