Auftauchen, durchatmen, lächeln: Beschenkt und sehr, sehr glücklich schaut das Team des International DANCE Festival München zurück auf elf vollgepackte Tage, deren Substanz locker für einen ganzen Monat gereicht hätte.
Dieses Glück war auch, aber nicht nur der kreativen Bilanz dieser 19. Tanzbiennale der Landeshauptstadt München geschuldet.
Sie galt mindestens ebenso einer Art des Miteinanders, die der neue Künstlerische Leiter Tobias Staab in seiner eindrücklichen Eröffnungsrede die „Praxis des Mensch-Seins" nannte.
Und man darf wohl mit Fug und Recht sagen: DANCE ließ dieses Mensch-Sein Wirklichkeit werden.
Auf der Bühne wie in den vielen Begegnungen und Gesprächen, die ein Festivalerlebnis nicht weniger prägen als die Aufführungen selbst.
Dass diese vermeintliche Selbstverständlichkeit in Zeiten wie diesen keine ist, das zeigten die fast schon vergessenen Gefühle, die das Festival auslöste: ein Schub an Hoffnung, Positivität, Selbstwirksamkeit, den Künstler*innen, Team und Besucher*innen gleichermaßen spürten. Vor diesem Hintergrund wirkt es fast schon zweitrangig, dass DANCE die selbst gesteckten Ziele allesamt erreichte.
Das hauptsächlich performativ ausgerichtete, teils durchaus fordernde Programm wurde belohnt mit 6.600 verkauften Tickets, einer Auslastung von 95 % und einem Buzz quer durch die Generationen, sozialen Kontexte und Medien.
Dieser Erfolg zeichnete sich schon bei der brechend vollen Eröffnung ab, die tout München ins Haus der Kunst führte.
Viel Rückenwind für DANCE gab es auch in den Grußworten von Dominik Krause, Zweiter Bürgermeister von München, und Xue Tan, Leiterin Programm und Ausstellungen Haus der Kunst.
In jedem Fall scheint der Beweis erbracht:
Die Tanzstadt München hat das Zeug dazu, auch jenseits des Mainstreams zu leuchten, dank ihres großstädtischen, ausgesprochen diversen Publikums und der tollen Spielstätten für die unterschiedlichsten Formate, von den großen staatlichen Theatern, Galerien und Museen bis zur Off-Szene.
Dazu Tobias Staab: „Das hatte ich mir für meine erste Ausgabe erhofft. Dass dieser Wunsch in Erfüllung ging, wirkt fast surreal.
Diese magischen Tage hatten für mich etwas von einer gelebten Utopie. Wir haben es alle gespürt: Kunst kann, gerade der Tanz kann die Welt verändern.
Wir bleiben dran."


This_Body is Political. Fotos: Albert Vidal Vertex Comunicacio
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