Deutlich greller agierte die ukrainische Aktivistin Oksana Schatschko: Ihre "Femen"-Frauenrechtsbewegung setzte bei Protestaktionen ab 2008 auf barbusige Auftritte, lautstarke Parolen - und Blumenkränze im Haar.
Nach Gefangenschaft in Belarus und Flucht nach Frankreich wurde es stiller um Schatschko, bis zu ihrem Freitod 2018.
Im Biopic "Oxana - mein Leben für Freiheit" porträtiert Regisseurin Charlène Favier eine außergewöhnliche Akteurin mit vielschichtigem Charakter.
(Kinostart: 24.7.) Blasphemische Ikone: Der Film über die „Femen“-Aktivistin Oksana Schatschko porträtiert ein Leben, das zwischen Politik, Protest und Kunst zerrieben wird.
Für eine Heldinnengeschichte widersetzt sich die Hauptfigur aber auch über ihren Tod hinaus zu sehr der Verklärung.
Vor gut 15 Jahren gingen die Aktionen der Frauenrechtsbewegung „Femen“ durch alle Medien.
Mit Körperbemalung, Blumenkränzen und bloßen Brüsten protestierten die Aktivistinnen gegen patriarchale und autoritäre Strukturen sowie gegen religiöse Dogmen.
Mit ihrem Körpereinsatz erregten sie weltweit Aufmerksamkeit, sorgten aber auch für Irritationen und Missverständnisse. Eine der Schlüsselfiguren der sich schnell internationalisierenden Bewegung war Oksana Schatschko.
Sie gründete die Gruppe gemeinsam mit zwei Freundinnen 2008 im ukrainischen Städtchen Chmelnizkyj, bevor sie wenig später nach Kiev umzog.
Zugleich fungiert sie als Hauptfigur des zweiten Spielfilms der französischen Regisseurin Charlène Favier; diese schildert mehr als eine kurze Lebensgeschichte.
Eingebettet in die Nacherzählung der letzten Stunden von Oksana Schatschko (Albina Korzh), die sich am 23. Juli 2018 im französischen Exil das Leben nahm, beleuchtet die Handlung Stationen der Bewegung von der Gründung über die Professionalisierung bis zum Niedergang.
Initialzündung für die Aktivistin
Dabei ist dem talentierten Mädchen aus einfachem, religiösem Elternhaus die Renitenz nicht unbedingt in die Wiege gelegt. Früh zeigt sich ihr künstlerisches Talent.
Als sie Ikonenmalerin werden will, bestärkt ein Pope sie darin und verschafft ihr auch Aufträge. Den vereinbarten Lohn sieht sie aber nie.
Er erklärt das mit dem Geldmangel der orthodoxen Kirche – ihr Blick fällt auf sein großes Auto, das er auf der Straße geparkt hat.
Seine Heuchelei inszeniert die Regisseurin als eine Art Initialzündung für ihre Protagonistin, die sich später von der Kirche distanzieren und kompromisslos gegen jede Art von Ungerechtigkeit auflehnen wird.
Kunst+Film-Redaktion
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Oksana (Albina Korzh 2.v.l.),Inna (Maryna Koshkina) und ihre Mitstreiterinnen noch angezogen. Foto: © 2024 - Rectangle Productions - 2.4.7. Films - Hero Squared - France 3 Cinéma - Tabor Ltd - X Verleih AG
Oksana (Albina Korzh 2.v.r.) und ihre Mitstreiterinnen rufen zum Widerstand auf. Foto: © 2024 - Rectangle Productions - 2.4.7. Films - Hero Squared - France 3 Cinéma - Tabor Ltd - X Verleih AG
So sieht die Gründung einer Aktivistengruppe aus: Oksana (Albina Korzh) am Abend der Gründung von Femen. Foto: © 2024 - Rectangle Productions - 2.4.7. Films - Hero Squared - France 3 Cinéma - Tabor Ltd - X Verleih AG



