"Der Meister und Margarita" gilt als der wohl beste, zumindest aber als der originellste Roman, der in der Sowjetunion geschrieben wurde. Mehrere Adaptionen scheiterten mehr oder weniger.
Nun ist Regisseur Michail Lockschin eine Verfilmung geglückt, die das Fantastische der Vorlage ausreizt - u.a. mit August Diehl als Teufel - und zugleich mit Kritik an der Diktatur nicht spart.
Dass der Film dennoch in Putins Russland in die Kinos kam und sogar zum Kassenschlager wurde, erklärt Lockschin im Interview mit dem Ruhm des Autors:
"Der Kreml kann es sich nicht leisten, Michail Bulgakow zu verbieten".
(Kinostart: 1.5.) Die vielschichtige Satire von Michail Bulgakow gilt als bester literarischer Kommentar zur Stalin-Ära.
Regisseur Michail Lockshin hat sie neu verfilmt: mit fantastischer Sowjet-Architektur, exzellenten Schauspielern, darunter August Diehl als Teufel, und etlichen Parallelen zur Ära Putin.
Der Roman „Der Meister und Margarita“ von Michail Bulgakow (1891-1940) galt lange wegen der Komplexität des Werks als unverfilmbar.
Zu diesem Nimbus trug auch die Vorgeschichte seiner Veröffentlichung bei. Seinem Credo „veröffentlichen muss ein Schriftsteller nicht, aber schreiben muss er“ folgend, arbeitete der Autor zwölf Jahre lang daran bis zu seinem frühen Tod; wissend, dass diese Satire auf die Repressalien in der Stalin-Ära vielleicht nie publiziert werden würde.
Erst lange nach dem Ende des Stalinismus erschien 1966 in der Sowjetunion eine von der Zensur verstümmelte Version in der Literaturzeitschrift „Moskwa“; sie wurde bald in viele Sprachen übersetzt.
Sechs Jahre später versuchte sich der jugoslawische Regisseur Aleksandar Petrović an einer Adaption, ausgerechnet mit dem Komiker Ugo Tognazzi in der Hauptrolle; das fiel unbefriedigend aus.
Polanski + Fellini scheiterten
Russische Verfilmungen entstanden erst nach dem Ende der Sowjetunion; die wohl gelungenste war 2005 eine werknahe Fernsehserie von Wladimir Bortko in zehn Teilen.
Zu den bekannten westlichen Regisseuren, die ihr Unterfangen einer Verfilmung aus diversen Gründen abbrachen, zählen Roman Polanski, Federico Fellini, Terry Gilliam und Baz Luhrmann.
Kunst+Film-Redaktion


Der mysteriöse Woland (August Diehl) kommt als Tourist nach Moskau. Foto: © capelight pictures
Der Meister (Jewgeni Zyganow) und seine Muse Margarita (Julia Snigir). Foto: © capelight pictures
Pakt mit dem Teufel: Gella (Polina Aug) gehorcht ihrem Herren Woland (August Diehl) aufs Wort. Foto: © capelight pictures



