"clandestin" nennt man auf Französisch einen illegalen Einwanderer. "Klandestin" betrachtet, was nach dem Grenzübertritt mit ihm passiert.
Ein Marokkaner muss sich in Frankfurt verstecken - ausgerechnet in der Wohnung von Barbara Sukowa als EU-Politikerin, die für ihre ausländerfeindliche Haltung bekannt ist.
Regisseurin Angelina Maccarone inszeniert das als Mischung aus Thriller und Kammerspiel, wobei vor allem zwei Frauenfiguren beeindrucken.
(Kinostart: 24.4.) Vier Menschen, eine Zwickmühle: Aus vier Blickwinkeln erzählt Filmemacherin Angelina Maccarone die Geschichte einer illegalen Einreise nach Europa.
Trotz Drehbuchschwächen gelingt ihr ein emotionales Drama, in dem die Frauenfiguren den stärksten Eindruck hinterlassen.
In der nordmarokkanischen Hafenstadt Tanger malte einst Henri Matisse einige seiner schönsten Bilder. Doch Malik (Habib Adda) hat für kunstgeschichtliche Betrachtungen wenig übrig; er will weg aus der Stadt.
Der junge Marokkaner sieht seine Zukunft in Europa. Dort will er Musik machen und sich ein besseres Leben aufbauen.
Versteckt im Lastwagen des schwulen britischen Künstlers Richard (Lambert Wilson), für den er zur Muse geworden ist, schafft er es tatsächlich bis nach Frankfurt – natürlich illegal.
Eigentlich plant Malik, sich zu seinem Onkel nach Berlin durchzuschlagen. Seine Familie ist eingeweiht und zählt auf ihn. Doch in der Hauptstadt kommt er nie an.
Frankfurt wird nach einem vermeintlich islamistischen Terroranschlag komplett abgeriegelt.
Ein hohes Polizeiaufgebot und verschärfte Sicherheitskontrollen an den Flughäfen und Bahnhöfen machen eine Weiterreise, egal wohin, zu gefährlich.
Unterschlupf bei Politikerin
Richard ist mit der Situation überfordert. Er wusste nichts von Maliks Absichten, hat ihn erst bei der Grenzkontrolle hinter Leinwänden und Staffeleien im Stauraum seines Lasters entdeckt.
Zum Glück waren die Kontrolleure weniger aufmerksam.
Nun sitzen sie beide in der Wohnung von Richards Freundin Mathilda (Barbara Sukowa), die der Künstler um Hilfe bittet. Die konservative EU-Politikerin versteht, dass Malik sich verstecken muss.


Richard (Lambert Wilson) versucht vor seiner Abeise aus Tanger vergeblich, Malik ein Visum zu besorgen. Foto: @ farbfilmverleih
Annäherungsversuche: Der junge Marokkaner Malik (Habib Adda) teilt sich mit Mathilda Marquardt (Barbara Sukowa) einen Joint. Foto: farbfilmverleih
Ein Blick ins eigene Gewissen: Die konservative EU-Politikerin Mathilda Marquardt (Barbara Sukowa). Foto: farbfilmverleih



