In einer ganz anderen Provinz ist "Toxic" angesiedelt, nämlich einem heruntergekommenen Industriegebiet in Litauen. Dort machen junge Mädchen alles, wirklich alles, um ihrem Traum einer Model-Karriere näher zu kommen.
Das inszeniert Regisseurin Saulė Bliuvaitė so präzise wie schonungslos - sie schöpft aus eigenen Erfahrungen.
(Kinostart: 24.4.) Lithuania's Next Topmodel: Im schäbigen Industriegebiet sucht eine Agentur nach neuen Kandidatinnen.
Die sind bereit, buchstäblich alles zu tun, um der Tristesse zu entfliehen. Das inszeniert Regisseurin Saulė Bliuvaitė nüchtern und hart, aber auch präzise und ausgefeilt.
Mit dem Versprechen, allein durch schlanke Schönheit ein besseres bis luxuriöses Leben führen zu können, werden seit Jahrzehnten nicht nur Fernsehsendungen gefüllt.
Eine ganz Branche lebt vom Nachschub immer neuer Körper, deren makelloses Äußeres etwas verkaufen soll.
Solche gibt es überall auf der Welt; da verwundert es nicht, dass sich eine Model-Agentur auch in einer heruntergekommenen litauischen Industriezone umsieht.
Auch hier träumen Mädchen von einem Ausweg aus der dortigen Tristesse; für diese Chance sind sie bereit, viel zu riskieren.
Zu diesen Mädchen zählen auch Marija (Vesta Matulyte) und Kristina (Ieva Rupeikaite). Für die beiden 13-Jährigen bedeutet das Casting der Agentur zunächst einen Hoffnungsschimmer, ihrem Wohnort zu entkommen, der nur aus ein paar maroden Häusern und Garagen im Weichbild eines riesigen Kraftwerks besteht.
Marija ist neu hier; sie wurde von ihrer Mutter zur Oma abgeschoben.
Bloß weg von hier!
Ihr angeborener Gehfehler macht das Mädchen zum Gespött und scheinbar leichten Opfer ihrer Umwelt.
Sie weiß sich aber zu wehren und freundet sich bald mit der gleichaltrigen Kristina an, denn beide eint dasselbe Ziel: bloß weg aus diesem gottverlassenen Nest.
Die Gelegenheit, es möglichst für immer zu verlassen, will sich gerade Kristina nicht entgehen lassen.
Kunst+Film-Redaktion


Mädchen-Stillleben beim Model-Casting. Foto: Grandfilm
Kristina (Ieva Rupeikaitė) und Marija (Vesta Matulytė) bei Vorbereitungen zu einem Foto-Shooting. Foto: Grandfilm



