Nach dem Tod des Diktators Franco 1975 brach sich in Spanien die angestaute Lebenslust in der Movida Bahn - bis diese Bewegung in den 1980er Jahren an Heroin-Sucht und der AIDS-Epidemie zugrunde ging.
Noch heute ein Tabuthema: Das erfährt eine 18-Jährige, die in "Romería - Das Tagebuch meiner Mutter" nach Informationen über ihre toten Eltern fahndet.
Ihre Spurensuche inszeniert Regisseurin Carla Simón nüchtern und dicht, nur am Ende etwas langatmig.
(Kinostart: 2.4.) Zwischen Pilgerfahrt und Familienfeier: Im letzten Teil ihrer lose autobiografischen Trilogie beleuchtet Regisseurin Carla Simón ein spanisches Tabuthema der 1980er Jahre.
Auch mit Mitteln des Magischen Realismus – leider wird die atmosphärisch dichte Spurensuche am Ende etwas langatmig.
Damit sich die 18-jährige Marina (Llúcia Garcia) um ein Stipendium für ihr geplantes Filmstudium bewerben kann, benötigt sie eine Kopie der Sterbeurkunde ihres Vaters.
Den hat sie, genau wie seine Verwandtschaft, nie kennengelernt. Nach dem frühen Tod beider Elternteile ist sie bei der Familie ihrer Mutter in Barcelona aufgewachsen.
Nun stellt sich zu ihrer Überraschung heraus, dass ihr Erzeuger von den Behörden seiner Heimatstadt Vigo als kinderlos geführt wird.
Um das zu korrigieren, bedarf es der Beglaubigung ihrer Großeltern, die sie nicht kennt. Auf dem Weg zu ihnen wird sie zunächst von ihrem liebenswürdigen Onkel Lois (Tristán Ulloa) in Empfang genommen und auf seine Jacht eingeladen.
Es folgt eine fünftägige Reise zu Marinas eigenen Wurzeln – eine Art persönliche Romería.
Das Wort beschreibt im Spanischen eine Wallfahrt, meint im Galicischen aber auch eine Fiesta, also ein rauschhaftes Volksfest.
Eintauchen in die Großfamilie
Zwischen diesen beiden Polen bewegt sich der neue Film von Carla Simón – und zugleich zwischen dem Blau der Bucht von Vigo und dem Grün der zerklüfteten galicischen Küste.
Hier taucht die spröde Protagonistin in eine quirlige Großfamilie ein, die sie bald vergessen lässt, weiter regelmäßig mit ihrer Adoptivmutter zu telefonieren.
Es ist eine Welt voller Tanten, Onkel, Cousins und Cousinen.
Kunst+Film-Redaktion
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Marina (Llúcia Garcia) reist nach Vigo an die spanische Atlantikküste, um die Familie ihres Vaters zu treffen. Foto: © Piffl Medien
Marina (Llúcia Garcia) taucht in Vigo in die eigene Familiengeschichte ein. Foto: © Piffl Medien
Marina (Llúcia Garcia) nähert sich allmählich ihrer Verwandtschaft an.. Foto: © Piffl Medien



