Der Spätwinter fordert Körper, Stimmung und Vitalität gleichermaßen. Viele Menschen berichten über Energietiefs, Konzentrationsprobleme oder erhöhte Infektanfälligkeit.
Wenn jetzt die Tage langsam länger werden, wächst auch die Motivation, wieder aktiver zu werden, Routinen zu stärken und mit frischer Energie und kleinen Selfcare-Momenten in den Frühling zu starten.
Ob mehr Bewegung, bewusstere Ernährung mit Detox-Plänen oder mentale Klarheit im Alltag:
Gerade der Spätwinter ist die Phase, in der viele den Grundstein für ihr persönliches Wohlbefinden der kommenden Monate legen.
Neben bekannten Faktoren wie Schlaf, Vitamin D oder Bewegung lohnt sich dabei ein Blick auf einen oft unterschätzten Nährstoff: Kreatin.
Im Gespräch mit Ernährungswissenschaftlerin Dr. Dorothea Portius zeigt sich, dass sein Potenzial deutlich weiter reicht.
Energie für Körper und Gehirn
Kreatin dient als zentraler Energiespeicher in Zellen mit hohem Energiebedarf – darunter Muskeln, Gehirn und Immunsystem.
Dr. Dorothea Portius erklärt: „Sind die Kreatinspeicher niedrig, fehlt dem Körper ein wichtiger Energiepuffer." Gerade im Winter kann das spürbar werden – etwa durch schnellere mentale Ermüdung oder reduzierte Leistungsfähigkeit im Alltag.
Studien zeigen zudem, dass Menschen mit pflanzenbasierter Ernährung häufig geringere Kreatinreserven aufweisen. Laut Portius liegt das daran, dass: „Kreatin praktisch ausschließlich über Fleisch und Fisch aufgenommen wird."
Bewegung optimal unterstützen
Wer im Frühjahr wieder mehr Bewegung in den Alltag integriert, kann besonders profitieren – vorausgesetzt Trainingsreiz und Energieversorgung greifen ineinander. Entscheidend ist dabei weniger die konkrete Sportart als vielmehr die Intensität der Belastung.
„Kreatin entfaltet seine klassischen leistungssteigernden Effekte vor allem bei wiederholten, hochintensiven Belastungen mit aktiver Muskelarbeit gegen Widerstand.
Entscheidend ist dabei weniger die konkrete Sportart als vielmehr die Trainingsintensität: Krafttraining, funktionelle Workouts oder Intervallformate sprechen das Kreatinphosphat-System besonders an.
Bei rein moderaten Ausdauerbelastungen ist der direkte Performance-Effekt geringer, dennoch kann Kreatin trainingsbegleitend Regeneration und muskuläre Anpassung unterstützen", so Portius.
Gleichzeitig betont sie, dass Kreatin als Energiesubstrat in jeder Zelle eine Rolle spielt und daher auch unabhängig vom Trainingslevel zur allgemeinen Energiebereitstellung beitragen kann.
Winterblues & mentale Leistungsfähigkeit
Das Gehirn zählt zu den energieintensivsten Organen. Eine stabile Energieversorgung kann deshalb auch im Kontext von Stimmung, Fokus und kognitiver Leistungsfähigkeit relevant sein.
Vor allem bei vegetarischer oder veganer Ernährung kann eine Kreatin-Ergänzung helfen, energetische Defizite auszugleichen.
Es unterstützt Energie, Konzentration und Muskelgesundheit – gerade in Phasen, in denen der Körper besonderen Belastungen ausgesetzt ist: im Winter, bei Detox-Kuren oder in der pflanzlichen Ernährung.
Ganzheitlich in Balance kommen
Der Blick auf Energie sollte nicht isoliert erfolgen. Bewegung, Schlafqualität und Nährstoffstatus greifen ineinander.
Im Winter treten laut Portius besonders häufig Defizite bei Vitamin D oder Magnesium auf – Faktoren, die ebenfalls Muskelfunktion, Stressregulation und Immunsystem beeinflussen.
Kombiniert betrachtet entsteht ein ganzheitlicher Ansatz, der dabei helfen kann, sich leistungsfähig, stabil und ausgeglichen in die aktivere Jahreszeit zu bewegen – unabhängig davon, ob ambitioniert trainiert oder moderat aktiv geblieben wird.
Alltagstauglich integrierbar
Die Anwendung ist unkompliziert: „Ein Teelöffel Kreatin täglich – etwa im Joghurt oder pflanzlichen Pendant – verändert weder Geschmack noch Textur", so Portius.
Entscheidend sei weniger der genaue Zeitpunkt als die kontinuierliche Einnahme, um die körpereigenen Speicher langfristig aufzufüllen.


Im Gespräch mit Ernährungswissenschaftlerin Dr. Dorothea Portius



